Foto: SwissTech Convention Center

“Wir bringen den Swiss eHealth Summit 2017 in ein Silicon Valley der Schweiz”

Ob digitale Vernetzung durch das ePD, personalisierte Medizin oder eMedikations-Lösungen im Spital – der Swiss eHealth Summit 2017 vom 21.-22. September bildet wieder einen Querschnitt aller Trendthemen ab, die Anwender und Industrie aktuell im Gesundheitswesen beschäftigen.

Im Interview mit HealthTech Wire berichten Prof. Dr. Jürg Blaser, Präsident der SGMI und Rainer Herzog, General Manager der HIMSS Europe, wieso das nationale eHealth Event der Schweiz jetzt nach Lausanne ins futuristische SwissTech Convention Center zieht – und was Besucher sich von dem diesjährigen Fachkongress erhoffen können.

Healthcare meets innovation. Unter diesem Motto firmert der diesjährige Swiss eHealth Summit. Herr Herzog, Herr Blaser, was verbirgt sich dahinter?

Blaser: Der Swiss eHealth Summit wird sich in diesem Jahr besonders intensiv mit technologischen Innovationen aus der mobilen Health-IT, mit Apps, Cybersecurity und neuen Standards auseinandersetzen. Es wird also darum gehen, welche Rolle neue, digitale Technologien und Lösungen in den Behandlungsmodellen der Zukunft spielen und wie diese integriert werden.

Herzog: Mit dem Fokus „Innovation“ wollen wir sowohl aus Anwender- als auch aus Forschungsperspektive der Frage nachgehen, inwieweit die Digitalisierung einen Beitrag zu den derzeitigen Trends im Gesundheitswesen leistet – in der personalisierten Medizin beispielsweise, im Population Health Management und bei der Einbeziehung der Patienten und Patientendaten. Gute Beispiele sind z.B. künstliche Intelligenz, Deep Learning, Big Data und Health Apps. 

2017 tritt in der Schweiz das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier in Kraft. Welche Rolle spielt das EPDG am Summit?

Blaser: Diese aktuelle politische Innovation greifen wir natürlich auf. Mehrere Sessions befassen sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Umsetzung des elektronischen Patientendossiers (ePD), u.a. wird seitens der eHealth Suisse über den aktuellen Stand der Implementierung und erste Erfahrungen aus den Kantonen berichtet. Der Schweizer Regierungsrat Mauro Poggia wird die politische Auswirkung auf das Schweizerische Gesundheitswesen besprechen und die neuen Vorgaben diskutieren. Durch diese nachhaltige Entwicklung verbessert sich die Autonomie der Patienten und damit das Vermögen, selbstständig und unkompliziert über die eigenen Daten verfügen zu können. Das wird auch Auswirkungen auf den Wettbewerb im Gesundheitswesen haben.

Warum lohnt es sich für Anwender und Industrie in diesem Jahr dabei zu sein?

Herzog: Der Swiss eHealth Summit hat hohe Relevanz für die tägliche Arbeit aller beteiligten Gesundheitsakteure. Unser Gesundheitswesen wird in Zukunft vorhersagend, präventiv, personalisiert und proprietär sein. Dafür braucht es neue Formen der Zusammenarbeit: Die Rollen, Verantwortlichkeiten und Arbeitsweisen von Ärzten, Krankenhäusern, von Industrie-Stakeholdern, Versicherungen und des Gesetzgebers werden sich ändern. Der Summit bringt alle Beteiligten zusammen und stellt ein einzigartiges Forum, um die Veränderungen in ihrer Gesamtheit zu diskutieren.

Blaser: Über die spannenden Inhalte des Wissenschafts- und Anwender-Tracks hinaus ist natürlich auch die „Verpackung“ des Summits reizvoll: Die Besucher bekommen die Gelegenheit, den architektonisch interessanten Campus der École Polytechnique Fédérale, kurz EPFL, zu besuchen. Ich kann jedem Besucher einen kurzen Rundgang  im multifunktionalen Rolex Learning Center nur empfehlen.

„Neben dem Themenkomplex Innovation werden wir die aktuellen ‚Sorgen‘ und Herausforderungen von Ärzten und Krankenhäusern angesichts der zunehmenden Vernetzung adressieren.“

Welche Fokus-Themen werden auf dem Swiss eHealth Summit 2017 behandelt?

Herzog: Neben dem Themenkomplex Innovation werden wir die aktuellen „Sorgen“ und Herausforderungen von Ärzten und Krankenhäusern angesichts der zunehmenden Vernetzung adressieren: welche Prozesse, Arbeitsweisen und Technologien werden sich ändern und wie geht man damit um? Ebenso rückt die Frage in den Fokus, wie Patienten in Zukunft in den Behandlungsprozess integriert werden.

Blaser: Über das EPDG hinaus dreht sich 2017 viel um die nationale Initiative „Swiss Personalized Health Network“, um eMedikation und digitale Vernetzung.  Die SGMI-SSIM plant ein Tutorial zum neuen FIHR-Standard.

Der Swiss Health Summit zieht von Bern nach Lausanne. Ist der Umzug zum Genfer See ein Vorteil für die strategische und thematische Ausrichtung?

Herzog: Absolut. Lausanne ist ein „Silicon Valley“ der Schweiz: eine Region mit ausgeprägter Innovationskultur, die mehrere Innovations-Cluster, Forschungsinstitute und entsprechende Start-Ups beherbergt, die sich mit innovativen Lösungen und Technologien für den Gesundheitsbereich beschäftigen. In den letzten beiden Jahrzehnten gab es dort eine dynamische Entwicklung. Nicht zuletzt fließen Pilotlösungen und produktive Erfahrungen mit eHealth aus der französischen Schweiz in die nationale Perspektive ein. Insofern war der Umzug für uns eine logische Entscheidung!

Wer gestaltet das Programm für den diesjährigen Summit?

Herzog: Als Kooperationspartner haben HIMSS und die Schweizerische Gesellschaft für Medizinische Informatik (SGMI) ein Programmboard einberufen, das die thematischen Inputs der Key Note Speaker und Sessions diskutiert. Wir bilden ein breites Spektrum aller wichtigen Entscheidungsträger, Meinungsbildner und Verbände in der Schweiz ab. Innovation und Digitalisierung lassen sich nur erfolgreich im Markt implementieren, wenn wir mit einer möglichst großen Anzahl aller Beteiligten zusammenarbeiten.

Der Swiss eHealth Summit ist seit jeher eine Plattform der Vernetzung. Welche Austauschmöglichkeiten bietet das Event den Besuchern?

Herzog: Es wird wieder interaktive und interdisziplinär besetzte Programmformate wie Roundtables, Diskussionsforen und Panel-Diskussionen zu Themen aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Anwendung geben. Veranstaltungen wie der Start-Up-Slam auf der Ausstellungsfläche sorgen in diesem Jahr zusätzlich für den regen Austausch von Ideen und Meinungen.

Blaser: Wir wollen mit dem Summit jenseits der technologischen Vernetzung die Gelegenheit zum persönlichen Networking schaffen. Dies ist im Zuge der Digitalisierungswelle, die jetzt das Gesundheitswesen erreicht, umso wichtiger. Der Summit bietet dafür eine optimale Plattform, nicht zuletzt durch die Vorträge, das großzügige Kongresslokal und sicher auch durch das exzellente kulinarische Angebot.


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