Ergebnisse der neuesten HIMSS-Umfrage zur Sicherheit medizinischer Daten stimmen zuversichtlich

Die jüngste Umfrage der HIMSS in Europa zur Datensicherheit macht Mut. Die Mehrheit findet, dass ihre Daten in den meisten Gesundheitseinrichtungen relativ gut geschützt sind, obgleich es, je nach digitaler Reife eines Landes, geografische Unterschiede in der Bewertung gibt.

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Cornelia
Wels-Maug

Anfang Juni erschienen die Ergebnisse der jüngsten Trendbarometererhebung, die HIMSS Analytics Europa vierteljährlich in Europa durchführt. Die Teilnehmer, die im zweiten Quartal 2017 zu ihrer Einschätzung der Sicherheit medizinischer Daten in ihrem jeweiligen Land befragt wurden, rekrutieren sich größtenteils aus einer Gesundheitseinrichtung (57 %) oder arbeiten für einen Softwarehersteller (12 %) beziehungsweise sind mit dem Gesundheitswesen im Rahmen einer anderen Tätigkeit (31 %) vertraut. Unter den 383 Befragten kamen 147 (38 %) aus dem D-A-CH-Gebiet.

Dabei galt es bei der Umfrage, das subjektive Empfinden zu dem Thema Sicherheit medizinischer Daten aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten: Inwiefern schützen nationale Regierungen die Datensicherheit durch Gesetze und vertrauen Bürger den sie behandelnden Einrichtungen in diesem Punkt? Wie beurteilen medizinischen Einrichtungen die Sicherheitslösungen, die sie von Softwareherstellern beziehen können? Und wie sieht es mit dem Vertrauen in die Sicherheit des intersektoralen Austauschs medizinischer Daten aus?

Grosso modo empfinden die Befragten, dass ihre Daten in den meisten Gesundheitseinrichtungen relativ gut geschützt sind. Im Bereich Wellness und Fitness Applikationen, jedoch, wird die Datensicherheit als unbefriedigend bewertet und auch soziale Pflegeeinrichtungen sowie Organisationen, die Pflege zu Hause anbieten, werden diesbezüglich als unterdurchschnittlich eingestuft. Interessant ist auch, dass Mitarbeiter einer Softwarefirma die Datensicherheit ihrer medizinischen Informationen skeptischer einschätzen als diejenigen, die in einer medizinischen Einrichtung arbeiten. Sind sie sich vielleicht eher möglicher Sicherheitslücken bewusst?

Allerdings gibt es durchaus geografische Unterschiede bei der Einschätzung der Güte der Datensicherheit im eigenen Land beziehungsweise im Gesundheitssystem. Die Befragten aus den nordischen Ländern sind im Durchschnitt zufriedener mit der Datensicherheit als die aller anderen europäischen Länder, insbesondere, wenn es um die Sicherheit ihrer eigenen medizinischen Informationen sowie der Angemessenheit der Leistungen in Bezug auf Datensicherheit der öffentlichen Krankenhäuser und Gesundheitsbehörden geht. Das Schlusslicht in dieser Hinsicht bilden die Deutschen, hier wiegen die Sicherheitsbedenken (wieder einmal!) am stärksten.

Wenn es um den sicheren intersektoralen Austausch medizinischer Daten geht, wünschen sich die Teilnehmer, dass dieser vermittels finanzieller Anreize stimuliert wird, insbesondere in Deutschland und Österreich.

Dänemark wird als das eindeutige Vorbild in Hinsicht Kontinuität der Versorgung und elektronischer Austausch medizinischer Daten innerhalb Europas angesehen, auf Platz zwei und drei folgen mit größerem Abstand Estland und Schweden.

Im Ganzen machen die Ergebnisse der Umfrage Mut, da Privatpersonen als auch Organisationen im Gesundheitsbereich die Sicherheit medizinischer Daten eher als geschützt, denn als ungeschützt einschätzen. Da die Erhebung zeitlich vor der WannaCry Cyberattacke durchgeführt wurde, stellt sich die Frage, inwieweit sie das Sicherheitsempfinden unter den Teilnehmern erschüttert hat.

Den Link zu dem vollständigen Report zum Thema Datensicherheit finden Sie hier

Cornelia Wels-Maug

erforscht seit 21 Jahren den Einsatz von IT in diversen Industriesektoren und hat sich vor fast zehn Jahren auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert. Sie verfasst Artikel, Fallstudien und Weißbücher über den weltweiten Markt für IT im Gesundheitswesen undhält Vorträge und Webinare. Gleichzeitig ist sie auch als Analystin für den internationalen Gesundheitsmarkt bei einer englischen Firma tätig.

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