Ausschließliche Fernbehandlung in Bayern im Einzelfall erlaubt

Nun ist auch die bayerische Landesärztekammer der Empfehlung des Deutschen Ärztetages gefolgt und hat das ausschließliche Fernbehandlungsverbot aufgehoben. Insbesondere die ländliche Bevölkerung kann davon profitieren.

Eine weitere Landesärztekammer lockert das Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung und folgt damit einigen anderen Kammern als eine Reaktion auf die von der Bundesärztekammer im Mai angestoßene Lockerung des Fernbehandlungsverbots beziehungsweise der Musterberufsordnung (wir berichteten). Nun haben auch die Delegierten der Bayerischen Landesärztekammer auf ihrer 77. Jahrestagung am Wochenende in Nürnberg diesen Schritt vollzogen. Durch eine Änderung der Berufsordnung wurde die „ausschließliche Fernbehandlung“ zugelassen, wie die Bayerische Landesärztekammer in einer Pressemitteilung verlautbaren ließ.

Die geänderte Berufsordnung lautet nun wie folgt: „Ärzte beraten und behandeln Patienten im persönlichen Kontakt. Sie können dabei Kommunikationsmedien unterstützend einsetzen. Eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien ist im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird und der Patient auch über die Besonderheiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung über Kommunikationsmedien aufgeklärt wird.“ 

Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, betonte in seiner Rede anlässlich der Eröffnungsveranstaltung des Bayerischen Ärztetags, dass die Chancen der Digitalisierung nicht in einem Datensammeln enden dürften: „Der geschützte und vertraute Raum der persönlichen Beziehung zwischen Arzt und Patient droht dadurch aufgebrochen zu werden. Wir Ärztinnen und Ärzte stehen jedoch für diesen geschützten Raum und sind hier Ansprechpartner nicht nur in Fragen der Gesundheit, sondern auch der Prävention.“

Der Oberbürgermeister von Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, ging in seiner Begrüßung die Chancen und Risiken der Fernbehandlung ein und regte eine Diskussion dazu an, ob die Fernbehandlung „eine Chance für Gebiete mit geringer Arztdichte und mit Ärztemangel als ein Instrument zur Sicherstellung medizinischer Erreichbarkeit“ sein könne.

Der Landeschef der Techniker Krankenkasse, Christian Bredl, äußerte sich positiv über die Entscheidung des Bayerischen Ärztetags, die im Trend mit dem Bürgerwillen läge. Achtundzwanzig Prozent der Bayern wünschten sich, Arztgespräche per Video von zu Hause aus führen zu können. „Der Freistaat liegt damit über dem bundesweiten Wert von 25 Prozent,“ lobte er.

###

cwm

Neue Förderwelle

Der Innovationsfonds hat nun weiteren Projekten den Zuschlag für finanzielle Unterstützung gegeben.

Aufbruch in Innovations- und Wagniskultur

Die Regierung stellt die Hightech-Strategie 2025 vor

Elektronische Patientenakte soll bis 2021 kommen

Einigung bei digitaler Patientenakte