Kunden sollen in Zukunft mithilfe der TK-App per Smartphone auf ihre gesundheitsbezogenen Daten zugreifen können. Foto: Techniker Krankenkasse

Techniker Krankenkasse stellt ihre bundesweite elektronische Gesundheitsakte vor ― TK Safe

Während die Selbstverwaltung noch an der Patientenakte bastelt, sind Versicherer aktiv, elektronische Patientenakten einzuführen. Nun hat die Techniker Krankenkasse gerade ihre Version vorgestellt und sucht nun nach Probanden für den Betatest.

In der letzten Aprilwoche war es so weit: Die Techniker Krankenkasse (TK) stellte in Berlin TK-Safe vor ― ihren Beitrag, Versicherten einen digitalen Datentresor für ihre Gesundheitsdaten anzubieten. Laut Angaben der TK sollen ihre Kunden in Zukunft mithilfe der TK-App orts- und zeitunabhängig per Smartphone auf ihre gesundheitsbezogenen Daten zugreifen können. Versicherte können nun ihre Daten „strukturiert und übersichtlich an einem Ort“ speichern und selbst managen, erläutert die TK bei der Vorstellung in Berlin. Der Ankündigung war eine erfolgreiche Testphase vorausgegangen. Ein weiterer Test, der Betatest, mit Versicherten der TK ist nun geplant. Interessierte können sich nun vorab bundesweit dafür registrieren.

Mit dieser Offerte ist die TK nach der AOK Nord die zweite Krankenversicherung in Deutschland, die in Eigenregie, wenn auch mit Partnern, eine eigene Version einer elektronischen Patientenakte auf den Markt gebracht hat. Technologiepartner der TK ist die IBM Deutschland GmbH.

Schlüssel zum modernen Gesundheitswesen

Durch den direkten Zugriff, den Patienten nun mittels TK-Safe auf ihre medizinischen Daten haben, „ermöglichen wir unseren Versicherten den Schritt in ein modernes Gesundheitswesen, in dem sie selbst über ihre Daten verfügen können. Derzeit haben wir völlig überholte, analoge Strukturen, die es Patienten unnötig schwer machen, an ihre eigenen Daten heranzukommen“, sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, in Berlin. Die Versicherten der TK können nun alle Daten, die der TK über einen Kunden vorliegen, selbst in ihre Akte überspielen. Dies kann beispielsweise die Impfhistorie, eine Übersicht über verschreibungspflichtige Medikamente oder eine Aufstellung der Arzt- und Zahnarztbesuche inklusive Diagnosen umfassen. Außerdem kann ein Versicherer auch manuell Informationen in die digitale Akte einfügen und auch rezeptfreie Medikamente per Barcodescanner in die Akte aufnehmen. Auch Arztbriefe und Röntgenbilder können hochgeladen werden, sodass über die Zeit hinweg ein wertvoller Katalog über die eigene Gesundheit entsteht, lässt die TK wissen.

Der Versicherer hat die Datenhoheit über seine elektronische Akte

Bei TK-Safe bestimmt allein der Versicherte, welche Informationen er in der Akte abspeichern möchte und welche Personen er autorisiert, Zugang zu seinen Daten zu haben. Die TK betont, dass weder sie, noch IBM Zugriff darauf haben. Dabei werden die Daten der Versicherten von TK und IBM dreifach gesichert. Die Zweifaktorauthentifizierung sorgt dafür, dass die Akte ausschließlich auf einem registrierten Smartphone mit dem persönlichen Passwort innerhalb der TK-App eingesehen werden kann. Gleichzeitig werden die Daten Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sodass nur der Nutzer auf seinem Smartphone die entschlüsselten Informationen einsehen kann, betont die TK.

Digitale Patientenakte als Basis für mehr Erkenntnisse

Aber die Daten in einem Tresor zu verschließen ist wiederum auch nur eine Zwischenstation, den es geht ja darum, mit den Daten Mehrwerte für den Patienten und die Bevölkerung zu generieren. „Die nächste große Revolution in der Medizin sind nicht neue therapeutische oder diagnostische Maßnahmen, sondern die sinnvolle Zusammenführung und Analyse von Gesundheitsdaten“, findet Baas. „Das reine Vorhalten von Daten bietet keinen Mehrwert, wir müssen aus ihnen Informationen machen, damit sie unseren Versicherten nutzen“, postuliert Baas.

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cwm

 

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