Das Gesundheitssystem kann von Versicherungen in puncto Digitalisierung lernen

Eine publizierte Studie über den internationalen Versicherungssektor findet heraus, dass deutsche Versicherer insbesondere beim Einsatz von robotergesteuerten Prozessautomatisierung, Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Blockchain die Nase vorn haben.

Im Gegensatz zum Gesundheitssektor punktet der Versicherungssektor in Deutschland bei dem Einsatz von Automatisierungstechnologien im internationalen Vergleich. So lautet eines der Ergebnisse des von Capgemini und Efma vorgestellten „World Insurance Reports 2018“, für den mehr als 10,000 Verbraucher in 20 Märkten sowie 150 Führungskräfte in 22 Ländern mit Blick auf Kundenzufriedenheit, Erwartungshaltung und Bewertung digitaler Prozesse und Angebote befragt wurden.

Der Report kommt zu dem Schluss, dass deutsche Versicherer insbesondere beim Einsatz von Roboter gesteuerter Prozessautomatisierung (RPA), Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Blockchain mit fortgeschrittener Pilotierung und Implementierung über dem weltweiten Durchschnitt liegen.

Auch hinsichtlich Kundenzufriedenheit haben die Versicherer im Vergleich zu den Untersuchungen vergangener Jahre aufgeholt und sind in Deutschland bislang weniger stark von der Konkurrenz, die von großen Technologiefirmen wie beispielsweise Amazon ausgeht, betroffen als in vielen der anderen untersuchten Länder.

Die Studie fand auch heraus, dass sich deutsche Versicherer gerade im Bereich der RPA über alle drei Versicherungssegmente (Sach-, Lebens- und Krankversicherung) hinweg hervortun. Fast alle deutschen Versicherer (89 Prozent) haben RPA-Systeme pilotiert (36 Prozent) oder bereits vollständig im Einsatz (54 Prozent). Auch bei der Implementierung anderer Technologien wie Künstliche Intelligenz, Machine Learning/Deep Learning und Blockchain gehören deutsche Versicherer zu den Vorreitern. Jedoch steckt man in Deutschland auf den Feldern Spracherkennung und natürlicher Sprachverarbeitung „eher noch in der Konzeptionsphase und liegt somit bei Ersterem noch knapp über, bei Letzterem bereits unter dem globalen Durchschnitt“, heißt es in der Pressemeldung.

Die Erhebung von Echtzeitdaten beläuft sich in Deutschland in erster Linie auf den Einsatz von Telematik- und sensorgestützten Geräten, in dieser Kategorie liegen sie deutlich über und bei Smart-Home-Applikationen und Social-Media-Plattformen genau im weltweiten Durschnitt. Jedoch sind deutsche Versicherer auf dem Gebiet Wearables im Hintertreffen, hier befinden sie sich noch vollständig in der Konzeptionsphase. Aber bei der Analyse und Auswertung von Echtzeitdaten sind deutsche Versicherer weiter als der Durchschnitt, insbesondere bei Emerging Risk Modeling und Predictive Analytics.

"Die deutsche Versicherungsbranche ist auf gutem Weg, das alte Kleid der trägen Nachzügler ein für alle Mal abzulegen. Die Ergebnisse des diesjährigen World Insurance Reports bestätigen: Was die Adaption neuer und digitaler Technologien betrifft, brauchen sich die hiesigen Versicherer nicht zu verstecken", findet Uwe Korte, Leiter Business & Technology für Versicherungen bei Capgemini in Deutschland mit Blick auf die Studienergebnisse. "Dennoch sollten sich Versicherer in digitalen Ökosystemen organisieren und eng mit InsurTechs zusammenarbeiten, um noch defizitäre Kompetenzen schnell aufzubauen," empfiehlt er.

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cwm

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