Vernetzte Zukunft im Aufbau

Auch die AOK ist aktiv, die Vernetzung der verschiedenen Akteure im ambulanten und stationären Bereich für eine verbesserte Zusammenarbeit aller an der Versorgung Beteiligten mit einem Gesundheitsnetzwerk für ihre Versicherten voranzubringen.

Als Reaktion auf die Langsamkeit der digitalen Vernetzung des deutschen Gesundheitsmarkts, hat sich die gesetzliche Krankenkasse AOK daran begeben, ihre Vision eines vernetzten Gesundheitswesens – dem sogenannten „digitalen Gesundheitsnetzwerk“ – für ihre Versicherten umzusetzen.

Aufgaben des digitalen Gesundheitsnetzwerks

„Mit dem Digitalen Gesundheitsnetzwerk wird die AOK ihren Versicherten eine digitale Anlaufstelle für ihre Gesundheit zur Verfügung stellen – sicher und einfach zu nutzen. Gleichzeitig wollen wir durch die Vernetzung der verschiedenen Akteure im ambulanten und stationären Bereich die Zusammenarbeit der Beteiligten und die Versorgung unserer Versicherten verbessern", skizziert der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, ein für Deutschland zukunftsweisendes Projekt. Es sei die Antwort der AOK „auf das Schneckentempo beim Aufbau der Telematik-Infrastruktur“, betonte Litsch. Ab 2020 sollen alle AOK-Versicherte, Ärzte, Kliniken und weitere Akteure das Netzwerk sowie die darin eingebundene digitale Patientenakte bundesweit nutzen können.

Über das Netzwerk sollen dann Inhalte wie elektronischer Arztbrief, Medikationsplan und Notfall- oder Impfpass zur Verfügung gestellt werden sowie die Einreichung von Belegen wie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die Abfrage von Statusinformationen beispielsweise zur Zuzahlungsbefreiung von Versicherten, ermöglicht werden. Auch Entlassbriefe inklusive Diagnosen können dann von den Krankenhäusern an den Hausarzt und andere Nachbehandler digital weitergeleitet werden.

Das Netzwerk wird bereits in zwei Pilotprojekten in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern getestet.

Entwicklung der Plattform

Nachdem die Softwarelizenzen für das Gesundheitsnetzwerk bereits vergeben wurden, steht als Nächstes die Entwicklung der Plattform für den bundesweiten Austausch der Daten zwischen den Beteiligten an. Zu diesem Zweck wurde Ende Januar 2019 ein Konsortium aus mehreren IT-Unternehmen damit beauftragt, die zentralen und dezentralen Komponenten für das bundesweite Gesundheitsnetzwerk zu entwickeln. X-tention Informationstechnologie GmbH sowie zwei Softwarefirmen, die sich auf den Bereich IHE-Systeme spezialisieren, InterComponentWare AG (ICW) und soffico GmbH sind nun dafür verantwortlich, in den nächsten Monaten, die Plattform für den bundesweiten Datenaustausch, die im Kern auch eine elektronische Patientenakte für alle AOK-Versicherten umfasst, aufzubauen. Außerdem wird AtoS Information Technology ihre Lösungen für digitale Zertifikate zur sicheren Kommunikation aller Beteiligten im Gesundheitsnetzwerk beisteuern.

Schutz der Privatsphäre hat herausragende Bedeutung

Der Schutz der sensiblen Patientendaten steht dabei im Mittelpunkt bei der Entwicklung des Gesundheitsnetzwerkes. „Die AOK wird ihren Versicherten zwar die Plattform für den Austausch ihrer medizinischen Daten anbieten, hat aber selbst keinen Zugriff auf die medizinischen Informationen und Dokumente, die die teilnehmenden Ärzte bereitstellen", bekräftigt Michael Noll, Projektleiter des Digitalen Gesundheitsnetzwerkes. Die beauftragten IT-Unternehmen entwickeln nicht nur die Plattform zum Datenaustausch, sondern auch die wichtigsten Anwendungen des Digitalen Gesundheitsnetzwerkes.

Die AOK unterstreicht in ihrer Pressemitteilung, dass sie innerhalb des Gesundheitsnetzwerkes besonderen Wert auf Anschlussfähigkeit und Interoperabilität legt. Aus diesem Grund wird es technisch an der Methodik „Integrating the Healthcare Enterprise“ (IHE) ausgerichtet, einer international anerkannten Initiative zur Vernetzung von Behandlungsinformationen zwischen Ärzten, Krankenhäusern und weiteren an der Behandlung Beteiligten. IHE ist die Basis für den sektorenübergreifenden Austausch medizinischer Informationen sowie für die Anbindung an die zentrale Telematikinfrastruktur der gematik.

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cwm

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