Positive Bilanz der Migräne-App

Die Effizienz einer Migräne-App durch Studie belegt: Sie half, im Schnitt die Zahl der monatlichen Migränetage um 3 Tage zu mindern – im Vergleich zu 1 bis 2 Tagen bei präventiver Kopfwehmedikation. Gleichzeitig sank die Einnahme von Schmerzmitteln.

Eine kürzlich vorgestellte Studie der Schmerzklinik Kiel und der Techniker Krankenkasse (TK) belegt, dass die verwendete Migräne-App die Anzahl der Kopfschmerztage deutlich vermindert: Die Nutzer leiden pro Monat im Schnitt circa drei Tage weniger an Kopfschmerzen als ohne deren Einsatz. Das heißt konkret, dass sie monatlich durchschnittlich “nur“ 10 Tage statt 13,3 Tage Migräne ertragen müssen. Dies entspricht einer Minderung um 25 Prozent sowie einer verminderten Einnahme von Akutmedikation gegen Kopfschmerzen. Die App schneidet daher im Vergleich zu den meisten vorbeugenden Kopfschmerzpräparaten gut ab; denn diese reduzieren die Anzahl der Kopfschmerztage pro Monat im Mittel um lediglich ein bis zwei Tage.

Der Vorstandsvorsitzende der TK, Dr. Jens Baas, kommentiert: "Die Migräne-App zeigt, dass gut gemachte digitale Angebote in der Gesundheitsversorgung wirklich etwas bringen." Die App habe einen spürbaren Mehrwert für den Patienten.

Die Studie basiert auf einer Onlinebefragung von 1.464 aktiven Nutzern der Migräne-App, die im Durchschnitt 47 Jahre alt sind, seit 27 Jahren unter Kopfschmerzen leiden und die App seit 13 Monaten verwenden.

Was die App kann

Laut Pressemitteilung der TK unterstützt die App Menschen, die unter chronischen Kopfschmerzen leiden, dabei, „ihren Krankheitsverlauf digital genau zu dokumentieren, mit wenigen Klicks zu analysieren und zu kontrollieren.“ Sie informiert die Nutzer und schlägt auf Basis der eingegebenen individuellen Daten Verhaltensmaßnahmen vor: Wenn beispielsweise ein Anwender die maximal erlaubte Akutmedikation von monatlich neun Tagen überschreitet, wird er gewarnt. Außerdem kann sich der App-Nutzer unterschiedlicher Informations- und Selbsthilfetools bedienen, die ihm u. a. dabei behilflich sind, einen Schmerzspezialisten in seiner Nähe ausfindig zu machen, direkt auf den TK-Kopfschmerzcoach zuzugreifen oder sich bei einer angeleiteten progressiveren Muskelentspannung zu regenerieren.

Prof. Dr. Hartmut Göbel, Ärztlicher Direktor der Schmerzklinik Kiel, resümiert: "Der Patient wird durch die Nutzung der Migräne-App umfassend informiert und durch verschiedene Tools motiviert, sich mit seiner Krankheit aktiv auseinanderzusetzen. Ein gutes Selbstmanagement wirkt sich positiv auf die Therapie aus, beugt Beschwerden vor oder kann sie verringern.“ Er beziffert den bisherigen Erfolg der App mit einer „Reduktion der Kopfschmerztage auf 5,3 Millionen Tage pro Jahr“. Diese Zahl basiert auf dem Fakt, dass sich die Zahl der Downloads der Migräne-App zum Zeitpunkt die Erstellung der Studie auf 136.000 belief.

App unterstützt auch die ärztliche Therapiefindung

Die Untersuchung belege auch, dass die App die ärztliche Behandlung unterstütze und die digitale Medizin in der modernen ärztlichen Sprechstunde angekommen sei, betont die Pressemitteilung. Sieben von zehn befragten Nutzern (71 Prozent) bringen die Migräne-App zum Arztbesuch mit; 58 Prozent nutzen die App-Ergebnisse, um gemeinsam mit ihrem Arzt über die Therapie zu entscheiden, insbesondere wenn es darum geht, die Medikation anzupassen. Insgesamt 76 Prozent geben an, dass sie die App unterstützt, ihren mit dem Arzt erstellten Behandlungsplan einzuhalten und 80 Prozent ziehen die App einem herkömmlichen Schmerztagebuch auf Papier vor.

In Zukunft soll die App mit der elektronischen Gesundheitsakte der TK verknüpft werden, sodass ein Patient dem Arzt seine Daten direkt zur Verfügung stellen kann und dadurch zu einer verbesserten Versorgung beitragen kann.

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cwm

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