Eine zertifizierte App gegen Rückenschmerzen

Eine App zum Kurieren von Rückenschmerzen hat nun die CE Zertifizierung als Medizinprodukt erhalten. Finanziert wurde die App, die das Engagement des Patienten zu einem zentralen Erfolgsfaktor seiner eigenen Therapie macht, durch den Innovationsfonds.

By
Cornelia
Wels-Maug

Die multimodale Therapie für die Behandlung von Rückenschmerzen beruht auf der Einsicht, dass sich Rückenschmerzen am besten mit ganzheitlicher Therapie heilen lassen. In Deutschland, beispielsweise, wird sie Patienten empfohlen, die über mehr als drei Monate unter Rückenschmerzen leiden. Das Start-up Kaia Health hat eine auf diesem Ansatz beruhende und mit Schmerzspezialisten entwickelte App, die sogenannte Kaia-App, auf den Markt gebracht, die zwischenzeitlich CE zertifiziert ist. Dabei ist Kaia-App Teil des eHealth Projektes "Rücken innovative Schmerztherapie mit e-Health für unsere Patienten" (Rise-uP). Der Innovationsfonds unterstützt das Projekt, für das Kaia Health mit der AOK Bayern kooperiert, über einen Zeitraum von drei Jahren mit €5,1 Millionen.

Kaia Health zielt darauf ab, Kranken, die sich in ärztlicher Behandlung befinden, zu helfen, den Erfolg ihrer Therapie zu erhöhen. "Wir wollen Patienten einen Ausweg aus der Schmerzspirale zeigen, der nicht nur bei den körperlichen Beschwerden ansetzt, sondern sie jeden Tag begleitet", so Dr. Stephan Huber, Orthopäde und Leiter des medizinischen Teams bei Kaia Health.

Dazu bietet die App verschiedene Funktionalitäten an: Nutzer können mithilfe eines Fragebogens ein individuelles Trainingsprogramm zusammenstellen und ihre Fortschritte verfolgen. Die Übungen werden von einem Trainer per Videos erklärt. Eine Feedbackfunktion erlaubt es Nutzern, die Übungen zu bewerten, indem sie angeben können, welche sie leicht und welche sie zu schwierig finden. Des Weiteren geben die Patienten täglich an, wie stark ihre Schmerzen sind und wie gut sie geschlafen haben. Basierend auf diesen Informationen, wird das Trainingsprogramm an die persönlichen Bedürfnisse eines Patienten kontinuierlich angepasst. Laut Kaia Health können sich bereits mit zehn bis 15 Minuten regelmäßigen Trainings nachhaltige Behandlungserfolge einstellen.

Daneben bietet die App Entspannungsübungen sowie einen Chatbot an, der detailliertere Informationen über Rückenschmerzen bereithält. Das soll Patienten in die Lage versetzten, differenziert mit dem behandelnden Arzt über die Entwicklung ihrer Therapie sprechen zu können, was wiederum zum regelmäßigen Ausführen der Übungen anspornen soll. Zudem bietet die App Ärzten die Möglichkeit, sich per Telemedizin zu vernetzen.

Kaia Health zufolge, haben bereits einige Krankenkassen und Unternehmen die Kosten der Therapieapp übernommen.

Cornelia Wels-Maug

erforscht seit 21 Jahren den Einsatz von IT in diversen Industriesektoren und hat sich vor fast zehn Jahren auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert. Sie verfasst Artikel, Fallstudien und Weißbücher über den weltweiten Markt für IT im Gesundheitswesen undhält Vorträge und Webinare. Gleichzeitig ist sie auch als Analystin für den internationalen Gesundheitsmarkt bei einer englischen Firma tätig.

IT-Labor als erlebbare Kreativzone

Die Berner Fachhochschule in Biel geht mit ihrem IT-Labor völlig neue Wege

Patientenbeteiligung am häufigsten durch Portale

Die HIMSS Analytics Trendbarometerstudie widmet sich dem Thema "Patientenpartizipation"...