Rhön-Klinikum ist es ernst mit Telemedizin

Nun, wo in Deutschland in vielen Bundesländern das Praktizieren von Telemedizin erlaubt ist, versuchen erfahrene Spieler den Markt für telemedizinische Leistungen zu gestalten. Rhön-Klinikum und Medgate haben diesbezüglich eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Nachdem der Deutsche Ärztetag im vergangenen Jahr das Tor für die Landesärztekammern geöffnet hat, indem er das berufsrechtliche Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung gelockert hat, plant das Rhön-Klinikum nun, den deutschen Markt für telemedizinische und digital-medizinische Dienstleistungen in größerem Stil zu bedienen. Dazu hat es nun eine Absichtserklärung mit dem schweizer Telemedin Profi, Medgate, unterzeichnet, um eine gemeinsame Gesellschaft, "Medgate Deutschland", mit Sitz in Deutschland zu gründen. Im Rahmen der am 10. Januar geschlossenen Vereinbarung zwischen den beiden Partnern will sich die Rhön-Klinikum AG mit 51 Prozent an Medgate Deutschland beteiligen. Noch steht die Zustimmung des Aufsichtsrats des Klinikums für diesen Schritt aus und beide Parteien haben Stillschweigen über die finanziellen Details vereinbart.

Beratungen und Behandlungen künftig per Telefon, Internet und Videochat

Mit dem neu zu gründenden Unternehmen will man Patienten in dringenden oder allgemeinen medizinischen Fragen im Rahmen der in Deutschland geltenden gesetzlichen Regelungen mit „Behandlungen per Telefon, Internet oder Videoschaltung“ zur Seite stehen. Insbesondere will das Rhön-Klinikum damit die zunehmenden ärztlichen Versorgungslücken in ländlicheren Regionen ausgleichen sowie „ein zeitgemäßes, einem modernen Konsumverhalten entsprechendes ärztliches Angebot bieten“, heißt es in Pressemitteilung. Die dafür notwendigen technischen Voraussetzungen wie Smartphonebesitz und ein mit einer Kamera ausgestatteter Computer seien mittlerweile in ausreichendem Maße vorhanden.

Stephan Holzinger, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum, kommentiert die dahinterliegende Strategie: „Medgate Deutschland – powered by RHÖN-KLINIKUM – hat das Potenzial, sich zu einem wichtigen zusätzlichen Geschäftsfeld für unser Unternehmen zu entwickeln. Als Innovationsführer im Gesundheitswesen bieten wir bereits telemedizinische Leistungen an. Mit Medgate Deutschland werden wir dieses Angebot signifikant ausbauen und den von mir eingeleiteten digitalen Wandel der RHÖN-KLINIKUM AG konsequent fortsetzen. Wir nutzen die Chancen der Digitalisierung, um den Patienten exzellente medizinische Leistungen anzubieten, die ihnen lange Wege und unnötige Wartezeiten ersparen und die ärztliche Beratung, Diagnosestellung und Behandlung schneller, komfortabler und besser machen. Selbstverständlich bleiben wir aber weiterhin ein breit aufgestellter, hoch qualitativer Krankenhauskonzern – wir erweitern mit diesem telemedizinischen Angebot allerdings unsere Wertschöpfungskette auf sinnvolle Weise. Mit Medgate haben wir einen erfahrenen Partner gefunden, der unsere hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen an ein telemedizinisches Angebot teilt."

Bisher wurde noch kein Starttermin für den operativen Betrieb von Medgate Deutschland bekannt gegeben, zudem die Vertragsverhandlungen ja noch nicht abgeschlossen sind.

Weitere Pläne

Das Rhön-Klinikum prüft außerdem gegenwärtig, ob es sich an der Medgate Holding AG und/oder einer ihrer Tochtergesellschaften beteiligen will bzw. eine weitere Neugründung einer anderen gemeinsamen Gesellschaft mit Medgate anstrebt. Letzteres böte die Möglichkeit, dass für die Leistungen von Medgate Deutschland notwendige geistige Eigentum und Know-how zu bündeln und weiterzuentwickeln und die erforderlichen IT-Lösungen umzusetzen.

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cwm

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