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Power to the P(eople)atient ...

Diskussionen um das Arzt-Patienten-Verhältnis werden unter dem Deckmantel eines tiefen Vertrauensverhältnisses mithilfe hanebüchener Argumentationen geführt. Am Ende geht es doch immer nur um eins: Macht.

By
Aladin
Antic

Dass Wissen einen erheblichen Anteil an deren Verteilung hat, ist seit Francis Bacon bekannt...

Die Informationshoheit jedoch ist in Zeiten von Twitter und Co. kein Singular-Begriff mehr, mitunter beanspruchen ihn viel zu viele. Heute geht ohne dienstleistungsorientierte Informationen nichts mehr – Gesetze, Verbraucherschutz und nicht zuletzt die Globalisierung haben einiges verändert.

Das Gesundheitswesen ist interessanterweise nach dem Subsidiaritätsprinzip gegen Letztere recht gut geschützt. Abgrenzung ist tägliche Praxis; Informationsaustausch, Standards und Offenheit. Lippenbekenntnisse. Ein Schuldiger für das Nichtfunktionieren ist schnell zur Hand: die liebe IT ...

Das bisherige „Scheitern“ der Gematik, das wettbewerbsrechtlich höchst umstrittene Agieren der KBV als Zertifizierer, Inverkehrbringer und Anforderer in „Personalunion“ sowie die hilflos anmutenden Diskussionen im Umgang mit dem 3. Gesundheitsmarkt samt Apps & Co. zeigen die restliche Wegstrecke.

Es gibt durchaus Lichtblicke. eHealth- und Patientenrechte-Gesetz sind Anzeichen für den zunehmenden Veränderungsdruck. Wie immer ist die Ausgestaltung von Anreiz- und Sanktionssystematik entscheidend für die Veränderung – im Sport würde man sagen: „da geht noch was“ ...

Schon an den einfachsten Pflichten wie dem bundeseinheitlichen Medikationsplan entstehen Positionskämpfe, die zumeist das eigentliche Ziel, nämlich das Wohl und die Gesundheit des Patienten, als Kollateralschaden billigend in Kauf nehmen. Was sinnvoll und notwendig ist wird der eigenen Doktrin und Interessen geopfert. Ein gefährliches Verhalten; Transparenz und Informationsbedürfnis dürfen nicht dauerhaft eingeschränkt werden. Man bedenke: Viele Regime sind ebenfalls durch ihre Politik der Abschottung und Bevormundung des Individuums gescheitert.

Auch wenn es an einer klaren juristischen Verankerung des Eigentums von Daten mangelt, so bezweifelt in der Praxis heute niemand, dass personenbezogene Daten der jeweiligen Person „gehören“ – ergo ihr die Entscheidung obliegt, was mit diesen getan werden darf und was nicht.

Es wird Zeit, dem Patienten, der viel zu lange darauf gewartet hat, die Kontrolle über seinen ureigenen Besitz zu verschaffen. Jede Person, die wählen darf, ist souverän genug, über die Verwendung der eigenen Daten zu entscheiden.

Wenn wir in der IT sowieso immer schuld sind – wäre es dann nicht eine gute Sache, wenn wir hier – wie Twitter und Co. – die Voraussetzung und Grundlage mithilfe entsprechender Systeme schafften?

Ich persönlich stehe dafür ein, dies in unserer Institution umzusetzen – in einem ärztlichen Verein wird der Patient Souverän seiner Daten. Nichts ist unmöglich ...

Aladin Antic

CIO, KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantationen e. V.

Aladin Antic war in seinem ersten Leben Veranstalter von Heavy Metal-Konzerten, Redakteur einer Musikzeitschrift, DJ; in einem zweiten Leben Biochemiker, dann kam das Gesundheitswesen und machte ihn zum Healthcare-IT-Experten.

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