Patientensicherheit in der Medikation erhöhen durch Documedis®

In Zeiten von Big Data ist die Aufbereitung von Stammdaten eine Grundvoraussetzung, um klinische Prozesse von der Logistik bis zur Medikation optimal zu unterstützen. Genau darauf hat sich die HCI Solutions AG mit ihrer eMedikationslösung, Documedis, spezialisiert: Das Unternehmen zeigt auf dem kommenden Swiss eHealth Summit (11.-12. September 2018), was das Medizinprodukt für den vernetzten Gesundheitsmarkt leisten kann. Im Vorfeld verrät Neslihan Umeri-Sali, Project Manager bei HCI Solutions, unter anderem, welche Erfahrungen die Schweizer Spitäler mit der Softwarelösung bisher gemacht haben.

HCI Solutions ist Spezialist für Stammdatenmanagement und Medikationssicherheit. Was genau werden Sie den Besuchern auf dem Swiss eHealth Summit 2018 in Bern vorstellen?

Beim Summit zeigen wir den Besuchern an unserem Stand Live-Demos unserer eMedikationslösung, Documedis. Wir erstellen einen Medikationsplan (eMediplan), führen einen Clinical Decision Support-Check (CDS.CE-Check) durch, bilden ein elektronisches Rezept und einen Polymedikationscheck ab, drucken diese aus und geben sie den Besuchern mit. 

Inwieweit unterstützt Documedis Leistungserbringer im Gesundheitsbereich? 

Documedis verfügt insgesamt über vier Tools (CDS.CE-Check, Polymedikationscheck, eMediplan und eRezept). Der CDS.CE-Check enthält bislang 13 Checks. 

Die Software unterstützt sie dabei, sich schnell eine Übersicht über die wichtigsten Risiken der Patienten bei der Medikation zu verschaffen. Sie setzt passgenau auf die Stammdaten auf, so dass die Prozesse von der Logistik bis hin zur Medikation optimal unterstützt werden. Das Modul Clinical Decision Support-Check (CDS.CE-Check) von Documedis unterscheidet sich von anderen eMedikationslösungen durch die Sicherheit für den Anwender, da die Software seit Februar 2018 als Medizinprodukt der Klasse 1 anerkannt ist. 

Documedis sichert Medikationsprozesse ab. Zudem bewegen wir uns mit Documedis sehr intensiv auf dem Gebiet der Medikationssicherheit, wo wir über die relevanten Stammdaten hinaus ein wissensbasiertes System zur Entscheidungsunterstützung (Clinical Decision Support) anbieten. Wir speichern keine Patientendaten und bieten kein KIS an, sondern eine Plattform, auf der datenbasierte Grenzwertüberschreitungen sowie Warnungen visualisiert werden. Wir erzeugen eine Momentaufnahme der Medikation, die zu einem späteren Zeitpunkt im elektronischen Patientendossier (EPD) abgelegt werden kann. 

Bitte nennen Sie uns ein paar Beispiele zum Documedis CDS.CE-Check

Einerseits bietet Documedis CDS.CE ein Set von praxisrelevanten Checks, wie z. B. Allergien, Kontraindikation bei Schwangerschaft oder Überdosierung, anderseits können die Spitäler mit Flycicle® einen hochdifferenzierten wissensbasierten Interaktionscheck nutzen. Durch den Abgleich von Patientendaten mit verordneten Arzneimitteln werden nur spezifische Warnhinweise angezeigt, was das Overalerting reduziert. Alle verwendeten Symbole eignen sich auch für Farbenblinde. 

Was sollten Leistungserbringer über Ihre eMedikations-Software sonst noch wissen?

Das Format unserer Lösung erlaubt es, die Übermittlung von Eintritts- und Austrittsmedikationen sowie von Punkt zu Punkt durchzuführen. Außerdem existiert eine Schnittstelle zu den Verblisterern, wie Medifilm, und es besteht die Möglichkeit, aus Documedis heraus die Schnittstelle Medifilm anzudocken. Ferner kann Documedis auch eigenständig in die Primärsoftware (lokal ins KIS) integriert werden oder ist als Onlineplattform verfügbar. Dabei ist die Headeranzeige (Schrift und Farbe) von Documedis an die Primärsoftware anpassungsfähig. Zudem besteht für den Arzt die Möglichkeit, über den Medikationsplan ein elektronisches Rezept zu verordnen, beziehungsweise für den Apotheker den Polymedikationscheck durchzuführen.

Der Impuls für die Softwareentwicklung kam von unseren Partnern in der KIS-Welt, die uns gefragt haben, ob wir nicht auch Services als Software von den Stammdaten anbieten können.

Kann Documedis individuell auf den Nutzer zugeschnitten werden?

Mit unserer Kernkompetenz, Stammdaten zu erstellen, aufzubereiten und sie strukturiert den Softwareherstellern zur Verfügung zu stellen, adressieren wir speziell die Bedürfnisse von Kunden innerhalb des vernetzten Gesundheitsmarktes wie Spitäler, niedergelassene Ärzte im ambulanten und stationären Bereich, Apotheker, Heime, die Spitex (entspricht der ambulanten Pflege in Deutschland), die von uns Stammdaten beziehen. Die Daten sind auf die jeweiligen Leistungserbringer zugeschnitten, so dass jedes Anwendersystem die notwendigen Parameter enthält. 

Der CDS.CE-Check verfügt über 13 Module – beispielsweise Niereninsuffizienz und fortgeschrittenes Alter. Dabei bezieht ein Leistungserbringer nur die für ihn relevanten Module, beispielsweise sind das Doping- oder das Schwangerschaftsmodul in einem Seniorenheim irrelevant. Documedis ist sowohl als Webapplikation über eine Schnittstelle als integrierter Bestandteil einer Primärsoftware oder aber als Teil eines lokalen IT-Systems verfügbar.

Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern an den CDS-Modulen, beispielsweise für die differenzierte Interaktionsprüfung mit der Universität Heidelberg und haben diese im Rahmen eines Piloten mit dem Kantonsspital St. Gallen und dem KIS Anbieter Nexus umgesetzt. 

Welche Rückmeldungen haben Sie von Kunden bisher erhalten?

In einem mehrmonatigen Test haben die öffentlich-rechtlichen Spitäler des Kantons St. Gallen sowie die Geriatrische Klinik Documedis CDS.CE im Primärsystem Nexus Medfolio ausführlich getestet. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit Documedis CDS.CE setzen die Spitäler das System seit Juli 2018 flächendeckend ein. 

Laut Rückmeldung aus der Stabstelle Medikation im Kantonsspital St. Gallen wird der Documedis CDS.CE Web Service zum Beispiel in den Spitälern der vier St. Galler Spitalverbunde sowie der Geriatrischen Klinik St. Gallen eingesetzt. Alexander von Kameke, ein dort tätiger Arzt, hat uns mitgeteilt, dass damit die Arzneimittelverordnungen auf Interaktionen, Doppelmedikation, Überschreitungen der Einzel- und Tagesdosis und allfällig notwendig werdende Dosisanpassungen bei älteren Patienten sowie Niereninsuffizienzen geprüft werden.

Welche Herausforderungen sehen Sie im Bereich Medikationssicherheit aktuell im Gesundheitswesen?

Es gibt zurzeit isolierte, zum Teil unzureichende Angebote, die keine integrierte Übersicht bieten. Außerdem sind sie nicht interoperabel. Die größte Herausforderung ist das Fehlen von standardisierten Schnittstellen. Deswegen haben wir Documedis als ein umfassendes Konzept angelegt. Den Standard haben wir so definiert, dass wir ihn – wenn das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den offiziellen Standard veröffentlicht – an diesen anpassen. Wir generieren dafür einen Konverter, so dass unsere Partner, die unser Format integriert haben, keine aufwendigen Umstellungen durchführen müssen.

Welche eHealth Strategie verfolgt HCI Solutions im kommenden Jahr?

Wir planen, das CDA-Dokument auf das FHIR Format zu implementieren. Außerdem wollen wir die Funktionalitäten um weitere Module ergänzen, um die Medikationssicherheit noch besser auf den Patienten zuzuschneiden. So wird es möglich sein, beispielsweise beim Vorliegen eines Diabetes beim Verschreiben von Medikamenten anzuzeigen, ob diese geeignet sind. Parallel zu den funktionellen Erweiterungen passen wir unsere Schnittstellen und Module den vorliegenden Standards im EPD-Umfeld an.

www.documedis.ch

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