Offene Marktlösung für das e-Rezept

Der Apothekerdachverband und seine Partner sprechen sich für offene Standards bei der Entwicklung ihrer Version des e-Rezeptes aus. Datensicherheit und -schutz sowie Anbindungsfähigkeit an die Telematikinfrastruktur sind dabei ein Muss.

Anfang Juli berichtete 42.News bereits, dass die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. (ABDA) an einer eigenen Version einer elektronischen Verordnung arbeitet. Wie ernst es den Apothekern mit diesem Schritt ist, dokumentiert ihr „Letter of Intent“, der kurz nach ihrer Ankündigung gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Apothekensoftwarehäuser e.V. (ADAS ) und dem Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren e.V. (VDARZ) erarbeitet und Mitte Juli veröffentlicht wurde.

Papier ade 

In der Absichtserklärung heißt es unter anderem: “Die elektronische Verordnung (eVerordnung) wird perspektivisch die bislang üblichen Papierrezepte ablösen“. Die involvierten Parteien erklären ferner, dass sie: „beabsichtigen, initiativ bei der konzeptionellen Entwicklung einer eVerordnung zusammenzuarbeiten und gemeinsam darauf hinzuwirken, im heilberuflichen Interesse deutschlandweit verbindliche Standards zu entwickeln und zu setzen.“

Plädoyer für marktoffene Lösung mit Telematikinfrastruktur als technischer Basis 

Ihr erklärtes Ziel ist es, „ein marktoffenes Modell zu entwickeln“ so der Wortlaut der Absichtserklärung, damit andere Marktteilnehmer Systemlösung über standardisierte Übertragungswege und Schnittstellen nutzen können. Zudem soll die Telematikinfrastruktur (TI) „als gemeinsame Basis für die technische Entwicklung künftiger Fachanwendungen wie die eVerordnung“, verwendet werden, heißt es dort ferner. Dadurch werde den hohen Anforderungen an Datenschutz und -sicherheit Genüge getan, sodass Entwicklung und Nutzung entsprechender Schnittstellen auf die TI aufzusetzen seien. Dies sei deshalb so wichtig, heißt es in einer diesbezüglichen Pressemitteilung des ABDA, weil bisherige Ideen zur e-Rezeptur an dieser Hürde gescheitert seien. 

"Basis unserer technischen Entwicklungen wird die Telematik-Infrastruktur sein. Alle Lösungen, die wir erarbeiten, werden mit ihr kompatibel sein", wird Lars Polap, Vorsitzender des ADAS, in der Pressemitteilung zitiert. Und ABDA-Präsident Friedemann Schmidt unterstreicht: "Wir sind kein abgeschlossener Club – alle Apothekenrechenzentren und Softwarehäuser sind eingeladen, sich an der Entwicklung zu beteiligen. Auch später soll jeder Marktteilnehmer die Möglichkeit haben, über standardisierte Übertragungswege und Schnittstellen unsere Systemlösung zu nutzen."

Die drei Partner gehen davon aus, dass es über einen bestimmten Zeitraum hinweg ein Nebeneinander von analogen und elektronischen Verordnungen notwendig sein wird.

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cwm

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