Warum „ePA für alle“ nur mit Spracherkennung wirklich gelingen kann

Deutschland hat erheblichen Nachholbedarf in Punkto eHealth. Ob bei der digitalen Kommunikation, in der Telemedizin oder bei der Nutzung von Big Data – wir liegen häufig im unteren Mittelfeld im Vergleich mit unseren europäischen Nachbarländern; zwar hervorragend geschützt vor Datenmissbrauch, doch gleichzeitig den Annehmlichkeiten digitaler Gesundheitssysteme beraubt. Nun sollen Telematikinfrastruktur, Gesetzgebung und politischer Druck das Gesundheitssystem in die digitale Transformation leiten. Ohne den großflächigen Einsatz von Spracherkennung wird dies nicht möglich sein.

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Milko
Jovanoski, Nuance Communications

Deutschland, so zeigte es zuletzt eine umfassende Untersuchung der Stiftung Münch, erreicht 77 von 114 möglichen Punkten bei der Einführung und Nutzung von elektronischen Patientenakten (ePAs) und landet somit auf Platz 13 von 20 untersuchten europäischen Ländern. Dies ist eine Verschlechterung um zwei Plätze gegenüber der letzten Erhebung im Jahre 2016. Das Ranking wird wenig überraschend angeführt von den Skandinavischen Ländern; aber auch Großbritannien, Slowenien, die Schweiz und Spanien sind vorne mit dabei.

Jetzt, so sieht es die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung vor, sollen sich die Dinge ändern. Dazu soll die Telematikinfrastruktur (TI) endlich umfassend genutzt werden; 70 Millionen Versicherte sollen bis 2021 eine elektronische Patientenakte (ePA) erhalten. Ein erster Schritt dazu ist der elektronische Versand des Arztbriefes und das elektronische Rezept; weshalb gerade die 200.000 Arztpraxen in Deutschland bis Anfang nächsten Jahres den Anschluss an die TI vollzogen haben sollen.

Keine Kompromisse bei der Informationserfassung eingehen

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Annahme von ePAs erheblich mit deren Nutzerfreundlichkeit verbunden ist und mit einem medienbruchfreien Prozess zur Informationserfassung. Es darf keine parallelen Dokumentationsstrukturen auf Papier und in der ePA geben; und schon gar keinen Mehraufwand für die Ärzteschaft. Einfach gesagt: Informationen müssen von Anfang an bequem in der ePA erfasst werden.

Dazu wird diktiert, getippt, gewartet, korrigiert, signiert und schließlich versendet. Es geht einfacher! Die einzige vernünftige Möglichkeit zur digitalen Informationserfassung bietet Spracherkennung – eingebunden in einen durchdachten und automatisierten Prozess, der die Arbeit deutlich vereinfacht. Erst dann sind Ärztinnen und Ärzte dazu bereit, die ePA auch zu nutzen.

Studien in Deutschland und USA: Spracherkennung steigert ePA Nutzung

Eine mehrjährige Studie am Vassar Brothers Medical Center in den USA belegt nun den Effekt von Spracherkennung im Rahmen von elektronischen Patientenakten. Die Studie ergab eine Verbesserung des Net Promoter Score®, also der Weiterempfehlungsrate für ePAs, um 99-Punkte nach der Verwendung der Spracherkennung im Vergleich zu früheren Eingabemodalitäten. Dies verdeutlicht die signifikante Steigerung der Nutzerzufriedenheit mit elektronischen Patientenakten. Dementsprechend fanden 95 Prozent der Anwender – primär Ärzte, aber auch Pflegepersonal und Helfer – die Einführung der Spracherkennung für die elektronische Dokumentation als gut. Hinsichtlich der Dokumentationsqualität berichteten 81 Prozent der Anwender von einer Verbesserung und eines höheren Detailgrads. Bei 60 Prozent verringerte dies den Zeitaufwand für die Beantwortung von Fragen und Klarstellungen. Signifikante Workflow-Verbesserungen stellten 84 Prozent der Teilnehmer fest. Insgesamt erhöhte sich durch Spracherkennung die Nutzung elektronischer Dokumentationssysteme von 20 auf 77 Prozent.

In einer Vergleichsstudie aus dem Universitätsklinikum Düsseldorf lieferte ähnliche Erkenntnisse. Die Stimmung der Ärzte bei der Nutzung elektronischer Dokumentationssysteme verbesserte sich durch Spracherkennung von durchschnittlich 1,3 auf 1,6 Punkte. Die Dokumentationsgeschwindigkeit mit Spracherkennung lag bei 217 Zeichen pro Minute; ohne Spracherkennung bei 173 Zeichen. Dies führte zu einer Reduzierung der Dokumentationszeit um 26 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Dokumentationstiefe um 82 Prozent  – ein Aspekt, der sich auf die medizinische Versorgung auswirken kann, da mehr und genauere Patienteninformationen erfasst werden.

Künstliche Intelligenz entfaltet Wirkung

Um die Nutzung von Spracherkennung in der ePA weiter zu optimieren setzt Nuance auf Künstliche Intelligenz. Deep-Learning-Algorithmen beispielsweise imitieren die Art und Weise, wie unser menschliches Gehirn Muster erlernt und erkennt. Die Nuance Spracherkennung Dragon Medical erlernt so Sprachmuster, Dialekte und Akzente und erkennt diese nachhaltig. Gerade im Gesundheitswesen, mit einem hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund, trägt künstliche Intelligenz dazu bei, die Dokumentation fehlerfrei zu erstellen.

Dem gleichen Ziel dienen neuronale Netzwerke. Diese erlauben der Spracherkennung, den Kontext des Diktats zu prüfen; zuvor Gesagtes trägt zum Verständnis dessen bei, was jetzt gerade passiert. Dies ermöglicht ein natürliches Diktiererlebnis – mit hoher Ersterkennungsgenauigkeit und ohne Trainingsaufwand.

All dies wird den Mehrwert der Spracherkennung für die elektronischen Patientenakten weiter erhöhen und dazu beitragen, dass die digitale Transformation des Gesundheitswesens an Schwung gewinnt. Die größten Vorteile ergeben sich dabei für die Krankenhäuser und Arztpraxen: laut einer McKinsey Studie können diese durch die Digitalisierung der papierlosen Daten 9 Mrd. Euro einsparen. Jährlich!

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