Miracum erweitert Partnernetzwerk

Die Medizininformatik Initiative der Bundesregierung weitet stetig die Basis der partizipierenden Krankenhäuser aus. Dies ist gut für die individuellen Standorte und die gesamte Initiative, da sich dadurch fundiertere Aussagen über Krankheitsursachen herausfinden lassen.

Anfang September schloss sich offiziell die Hochschulmedizin Dresden dem Medical Informatics in Research and Care in University Medicine (MIRACUM) Konsortium an, das ein Teil der Medizininformatik (MI)-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist. Die Hochschulmedizin wird über die kommenden dreieinhalb Jahre mit ca. 2,7 Mio. Euro vom BMBF gefördert werden. Dabei werden die Mittel für den Aufbau eines eigenen Datenintegrationszentrums verwendet und tragen dadurch zum Gelingen sowohl des MIRACUM-Konsortiums als auch der MI-Initiative bei.

Förderung effizienterer klinischer Forschung

Die MI-Initiative wurde vom BMBF initiiert, um mittels der Vernetzung von Gesundheitsdaten größeren Nutzen aus der wachsenden Menge an Daten aus Krankenversorgung und Forschung zu ziehen. Das aus den Daten abgeleitete praxisorientierte Wissen soll die Effizienz klinischer Forschung steigern und die Patientenversorgung verbessern.

Zwischen 2016 bis 2025 ist über vier Projektphasen hinweg geplant, dass ausgewählte Universitätskliniken gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, Firmen, Krankenkassen, Patientenvertretern sowie nicht-universitären Krankenhäusern die Rahmenbedingungen für einen Institutionen übergreifenden Datenaustausch erarbeiten. Dabei findet die Förderung im Rahmen vierer Konsortien statt: Neben MIRACUM sind das DIFUTURE (Data Integration for Future Medicine), HiGHmed (wir berichteten bereits) und SMITH (Smart Medial Information Technology for Health Care).

Präzisionsmedizin in Dresden

Durch die Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung ist die aus Klinikum und Medizinischer Fakultät der TU Dresden bestehende Hochschulmedizin Dresden schon seit Längerem mit dem Aufbau und der Weiterentwicklung geeigneter Infrastrukturen für die Patientenversorgung beschäftigt. Im Rahmen der MI-Initiative wird sie zukünftig in der Lage sein, die Zehntausenden Behandlungsdaten, die täglich allein im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden anfallen, besser auszuwerten. Prof. Dr. D. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, erläutert: „Dank neuer Technologien können Patienten immer individueller charakterisiert und behandelt werden. Dazu müssen Patientendaten, unter Berücksichtigung der Datenschutzvorgaben, systemmedizinisch analysiert werden. Das geht bei diesen großen Datenmengen nur mit Hilfe der entsprechenden IT-Infrastruktur. Gleichzeitig entsteht so die Grundlage für eine generelle elektronische Patientenakte für alle Leistungserbringer“. Mit dem Aufbau eines Datenintegrationszentrums wird die für diesen Schritt notwendige Infrastruktur bereitgestellt. Dadurch wird es möglich, beispielsweise Krankheitsbilder auch mit genetischen Faktoren zu kombinieren oder innovative Therapien schneller in die Krankenversorgung einfließen zu lassen.

„Wir wollen die Daten so verknüpfen, sodass die Forscher daraus einen Mehrwert schöpfen können“, wird Prof. Dr. Martin Sedlmayr, Direktor des Zentrums für Medizinische Informatik der Hochschulmedizin Dresden, in der Pressemitteilung zitiert. Er erläutert, dass die Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen nur der erste Schritt sei, denn erst mit den richtigen Analysemethoden und Werkzeugen können Ärzte und Forscher die Informationen aus den Daten richtig nutzen. „Digitalisierung bedeutet mehr als nur der Einsatz von Computern. Nur durch eine ganzheitliche Betrachtung aller Akteure und Prozesse lässt sich das Potenzial der Digitalisierung wissenschaftlich korrekt, medizinisch sinnvoll und für den Patienten nützlich heben,“ betont Sedlmayr.

###

cwm

Politik der kleinen Schritte

Mobile Visite am Unfallkrankenhaus Berlin (ukb)

Kalt erwischt

Das neue MDK-Prüfverfahren

Entschuldigung, kennen wir uns?

Blog von Felix Cornelius