Mehr Erkenntnisse durch Big Data

Mit fortschreitender Digitalisierung drängt die Frage, wie man die entstehenden Daten am besten zum Patientenwohl verwerten kann. Wissenschaftler und Start-ups, inspiriert durch die von Roche ausgeschriebenen Preise, warteten mit Innovationen auf.

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Cornelia
Wels-Maug

Im November hat Roche erstmals die beiden FXH Awards in den Kategorien „Scientific Excellence“ und „Start-up“ vergeben. Dabei fand die Verleihung im Rahmen der ersten Future X Healthcare Veranstaltung in München statt. Sie stand unter dem Motto „Making Data Meaningful“. Dr. Ursula Redeker, Sprecherin der Geschäftsführung der Roche Diagnostics GmbH, erläutert: „Mit den FXH Awards möchten wir deshalb Forschungsprojekte und Start-ups fördern, die einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung des Gesundheitswesens und damit zur Gesundheitsversorgung von morgen leisten. Die Anzahl und Qualität der Einreichungen hat uns beeindruckt. Sie bestätigt, wie weit wir bereits im Bereich Data Science sind und wie viel Potenzial für die Forschung und die zukünftige Patientenversorgung darin liegt.“

Die von Roche initiierte Future X Healthcare stand unter der Schirmherrschaft von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Das erklärte Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam die digitale Zukunft des Gesundheitswesens zu gestalten. Dazu waren mehr als 300 internationale Vertreter aus den Bereichen Wissenschaft, Industrie, Start-ups, Venture Capital und Politik vertreten.

Forschungsansätze für personalisierte Krebsmedizin ausgezeichnet

Die Würdigung herausragender Forschungsprojekte und Start-ups für ihren Beitrag zur Digitalisierung des Gesundheitswesens zog viele Einreichungen nach sich. In der Kategorie „Scientific Excellence“ wurden mehr als 50 Einreichungen von Studenten, Doktoranden und Postdocs verzeichnet. Lara Schneider von der Universität des Saarlandes konnte sich mit ihrem Beitrag „DrugTargetInspector“ als Gewinnerin durchsetzen. Das webbasierte Tool ermöglicht die integrierte Analyse von Multi-Omics-Datensätzen (Genom, Transkriptom oder Proteom) in der Krebsforschung. Dabei werden Tumor Datensätze aus der klinischen Praxis mit bestehenden Erkenntnissen aus der Molekularbiologie und Pharmakologie kombiniert, um mittels statistischer Analysen Tumorcharakteristiken zu identifizieren und spezifische Behandlungsoptionen abzuleiten.

Auch die Zweit- und Drittplatzierten, Sebastian Salentin von der Technischen Universität Dresden (Projekt: Fighting Cancer with Structural Bioinformatics) sowie Marcel Gehrung von der Eberhard Karls Universität Tübingen (Projekt: Translational multi-view learning – exploring the tumor microenvironment), beschäftigten sich in ihren Forschungsprojekten mit Ansätzen für die personalisierte Krebsmedizin.

Start-ups für intelligente Lösungen im Umgang mit Big Data nominiert

Der FXH Start-up Award wurde an das belgische Start-up FibriCheck verliehen. Es konnte sich gegenüber den mehr als 130 internationalen Mitbewerbern mit seiner Lösung, die erstmalig das digitale Monitoring bei Herzrhythmusstörungen ermöglicht, ohne dabei auf medizinische Hardware zurückzugreifen, durchsetzen. Zur Messung legt der Patient lediglich seinen Finger für 60 Sekunden auf die Kamera seines Smartphones. Die gemessenen Pulswellen werden dann über die App ausgewertet und automatisch an den behandelnden Arzt übertragen. Den zweiten Platz konnte sich das finnische Start-up Combinostics (Big Data-Lösung für verbesserte Diagnosen in der Neurologie), den 3. Platz das polnische Start-up StethoMe (intelligentes Stethoskop für Heimdiagnose und Telemedizin) sichern.

Cornelia Wels-Maug

erforscht seit 21 Jahren den Einsatz von IT in diversen Industriesektoren und hat sich vor fast zehn Jahren auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert. Sie verfasst Artikel, Fallstudien und Weißbücher über den weltweiten Markt für IT im Gesundheitswesen undhält Vorträge und Webinare. Gleichzeitig ist sie auch als Analystin für den internationalen Gesundheitsmarkt bei einer englischen Firma tätig.

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