Telemedizin in der Parkinsonversorgung bringt viele Vorteile

Die optimale medikamentöse Einstellung eines Parkinsonpatienten erfordert insbesondere ein regelmäßiges Assessment von dessen Bewegungsabläufen. Dies kann durchaus auch per Videoaufzeichnung erfolgen und bringt viele Vorteile mit sich, nicht nur pekuniärer Art.

Derzeit leiden etwa 250.000 Menschen in Deutschland unter Morbus Parkinson, nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Deutschland. Morbus Parkinson ist nicht heilbar, jedoch ist die Krankheit symptomatisch behandelbar. Dazu wurden in den vergangenen Jahren Medikamente entwickelt und erfolgreich zur Behandlung von Morbus Parkinson eingesetzt.

Dabei ist es wichtig, eine höchst individualisierte Dosierung der Medikation vorzunehmen, um deren Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig eine maximale Verbesserung der Symptome zu erzielen. Um die Medikation an den tatsächlichen Bedarf anzupassen, ist es erforderlich, dass ein medizinisches Assessment des Kranken stattfindet. Momentan erfolgen 40 Prozent dieser Medikamenteneinstellung stationär beim behandelnden Neurologen und basieren vor allem auf einer Evaluierung der motorischen Verfassung eines Patienten. Jedoch ist nicht immer Zeit, den Patienten engmaschig zu beobachten; auch kann das Testen in einer ungewohnten Umgebung durch den beim Patienten ausgelösten Stress dazu führen, dass Letzterer die Testergebnisse nachteilig beeinträchtigt.

Medikationseinstellung per telemediznischem Assessment

Laut einer Pressemitteilung kann Telemedizin bei der Einstellung von Parkinsonpatienten in den ersten Stufen seiner Erkrankung sehr hilfreich sein. Ein Patient kann Videoaufzeichnungen mittels eines Videoterminals von den in den eigenen Räumlichkeiten ausgeführten motorischen Übungen erstellen. Letzteres unterstützt den Kranken beim Ausführen der Übungen mit akustischen und grafischen Anleitungen. Die Videos können dann anschließend direkt von dem behandelnden Arzt ausgewertet werden.

Diese Form des Assessments ist mit weniger Stress für den Patienten verbunden und ermöglicht, dass der behandelnde Neurologe immer im direkten Austausch und in der Verantwortung der Medikation des eigenen Patienten steht. Außerdem erspart sie dem Patienten den oft weiten Weg zum Spezialisten. „Schlussendlich erlaubt der sinnvolle Einsatz von Telemedizin – hier das Video Monitoring – besser, präziser und schneller auf die Bedürfnisse und das Ansprechen der Symptome beim individuellen Patienten einzugehen“, fasst Prof. Dr. Jochen Klucken, Molekulare Neurologie, Universitätsklinikum Erlangen, die Vorteile zusammen.

Gleichzeitig, so die Mitteilung, bringe das telemedizinische Monitoring auch finanzielle Vorteile: Belaufen sich die Kosten der stationären Medikationseinstellung pro Patient in der Bandbreite zwischen 3.793 € bis 5.551 €, stehen dem Ausgaben in Höhe von circa 3.000 € bei der telemedizinischen Variante gegenüber.

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cwm

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