Unterstützung von erfahrenen Praktikern bei der Digitalisierung – Der Digitalrat

Die Bundesregierung möchte sich von dem neu geschaffenen „Digitalrat“, einem Gremium von zehn Experten aus der Praxis, zum Thema Digitalisierung beraten lassen. Gestern traf er sich zum ersten offiziellen Treffen.

In ihrem Podcast am vergangenen Wochenende hat Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt, dass ein neu zu schaffendes „schlagkräftiges Gremium“, der sogenannte Digitalrat, die Umsetzung der Digitalisierung in beratender Funktion begleiten soll: “Wir haben dafür schon vieles getan, aber wir glauben, dass wir noch besser werden müssen. Und da können uns Expertinnen und Experten aus der Praxis helfen“, befindet die Kanzlerin. Und genau dort soll der Digitalrat ansetzen.

Wissenstransfer herbeiführen

Der Digitalrat solle den Wissenstransfer von den Experten hin in die Politik leisten, betont Merkel in ihrer Videobotschaft, „damit wir dann richtig handeln können". Sie fährt fort: "Ich bin überzeugt, dass wir insgesamt in unserem Regierungshandeln nur mithalten können, wenn wir uns auch immer wieder Rat von außen suchen. Und genau das tun wir, indem wir Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Bereichen bitten, uns im Digitalrat zur Seite zu stehen und uns zu beraten. Dabei geht es darum, dass das Menschen sind, die unterschiedliche Erfahrung haben in dem gesamten Bereich der Digitalisierung und die uns mit ihrer Expertise zur Verfügung stehen". Merkel will bewusst im Rahmen des Digitalrats kritischen Stimmen Raum geben, „die uns antreiben, die uns unbequeme Fragen stellen", unterstreicht die Kanzlerin in ihrer Ansprache.

Der Digitalrat stellt sich vor

Nur wenige Tage nach dem Podcast traf sich der Digitalrat unter der Leitung von Katrin Suder als dessen Vorsitzende, erstmals offiziell diesen Mittwoch. Das Gremium besteht aus zehn Expertinnen und Experten aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und den USA. Das Thema Digitalisierung ist für Suder kein Neuland, die in Computational Neuroscience promovierte Diplom-Physikerin war bis März dieses Jahres Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, einen Posten, den sie auf eigenen Wunsch verließ, beschäftigte sich im MInisterium mit dem Thema Digitalisierung. Suder hat es sich nun zum Ziel gesteckt, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Digitalrats die größten Herausforderungen für Deutschland auf dem Gebiet der Digitalisierung auszuloten, Lösungen zu erarbeiten und die Bundesregierung zu beraten.

Die weiteren Mitwirkenden im Digitalrat sind eine illustre Liste aus Wissenschaftlern und Unternehmern, die sich jeweils aus dem Blickwinkel ihrer Disziplin mit der Thematik Digitalisierung beschäftigen: Stephanie Kaiser, Geschäftsführerin und Gründerin von Heartbeat Labs; Urs Gasser (Schweiz), Leiter des Berkman Klein Center for Internet & Society der Harvard Universität (USA); Ada Pellert (Österreich), Rektorin der FernUniversität in Hagen; Andreas Weigend, ehemaliger Chief Scientist von Amazon; Peter Parycek, Leiter Kompetenzzentrum Öffentliche IT Fraunhofer FOKUS; Viktor Mayer-Schönberger (Österreich), Professor of Internet Governance and Regulation am  Oxford Internet Institute; Beth Simone Noveck (USA), Rechtsprofessorin, Direktorin der Open Government Initiative des Weißen Hauses 2009 – 2011; Hans-Christian Boos, Gründer und CEO von arago (Erforschung und Kommerzialisierung von KI) sowie Ijad Madisch, Chef des Wissenschafts-Start-ups ResearchGate.

Jetzt wird es spannend, ob den „unbequemen“ Fragen auch „unbequeme“ Taten folgen.

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cwm

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