Personalisierte Medizin macht Fortschritte in der Schweiz

Die Schweiz kommt mit ihrer Initiative voran, die Generierung von Gesundheitsdaten für die Forschung zu personalisierter Medizin zu fördern. Die fünf Universitätskrankenhäuser haben sich nun verpflichtet, bis 2020 kompatible Datenmanagementsysteme aufzubauen.

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Cornelia
Wels-Maug

Die Schweiz hat es sich zum Ziel gemacht, die Verwendung von Gesundheitsdaten für die Forschung auf dem Gebiet der personalisierten Medizin voranzubringen, um die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern.

Zu diesem Zweck haben das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sowie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) bereits 2016 mit dem Aufbau des 'Swiss Personalized Health Network' (SPHN) beauftragt. „Das übergeordnete Ziel der SPHN-Initiative ist es, die Forschung im Bereich der personalisierten Medizin und Gesundheit zu unterstützen, um Krankheiten besser vorbeugen, diagnostizieren und behandeln zu können. Dabei spielen Patientendaten eine Schlüsselrolle“, ließ die SAMW verlautbaren. Dabei soll das SPHN unter Federführung der SAMW eine Dateninfrastruktur entwickeln, diese anschießend in den schweizer Krankenhäusern implementieren sowie deren Funktionstüchtigkeit validieren.

In einem weiteren Schritt, aufbauend auf der geschaffenen Infrastruktur, soll dann die Förderung von Forschungsprojekten in den Vordergrund treten. Langfristig, so teilt das SPHN mit, „ist zudem die Integration von öffentlichen Gesundheitsdaten und Daten von gesunden Bürgern denkbar. Insgesamt wird eine national koordinierte Dateninfrastruktur die Verwendung von Gesundheitsdaten für die Forschung in personalisierter Medizin optimieren.“ Es wird dabei unterstrichen, dass die Integration aller relevanten Akteure im Bereich der personalisierten Medizin für den Erfolg der SPHN-Initiative ausschlaggebend sei, gerade in einem kleinen Land wie der Schweiz.

Aufbau kompatibler Datenmanagementsysteme startet

Es gilt nun erst, die erforderliche national koordinierte Kerninfrastruktur zu entwickeln, damit die lokalen und regionalen Informationssysteme harmonisiert und die Dateninteroperabilität gewährleistet werden können. Dazu ist der Aufbau von kompatiblen klinischen Datenmanagementsystemen in den forschenden Gesundheitsinstitutionen notwendig, um den sicheren Austausch von Patientendaten (z. B. Krankheitsphänotypen) zu ermöglichen.

Zu Beginn dieses Jahres haben sich die fünf Universitätskrankenhäuser der Schweiz im Rahmen der ersten SPHN-Finanzierungsperiode bis 2020 verpflichtet, solche Datenmanagementsysteme aufzubauen. Zu diesem Zwecke erhält jede Institution rund drei Millionen Franken über eine Periode von drei Jahren, sofern sie die vorgegebenen Zwischenziele erreichen, lässt das SPHN wissen. Die SAMW zeigt sich optimistisch: „Ungeachtet der unterschiedlichen Voraussetzungen in den beteiligten Institutionen haben die fünf Standorte mit der gemeinsamen Leistungsvereinbarung ein starkes Signal gegeben, sich für die SPHN-Initiative einzusetzen.“

Cornelia Wels-Maug

erforscht seit 21 Jahren den Einsatz von IT in diversen Industriesektoren und hat sich vor fast zehn Jahren auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert. Sie verfasst Artikel, Fallstudien und Weißbücher über den weltweiten Markt für IT im Gesundheitswesen undhält Vorträge und Webinare. Gleichzeitig ist sie auch als Analystin für den internationalen Gesundheitsmarkt bei einer englischen Firma tätig.

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