Foto: Stiftung Münch

Münch-Preis 2018 für Optimierung des Krankenhausbetriebs und virtuelle Trainingstherapie

Ein Preis, der sich längerfristig an der Vermehrung des Patientennutzens und positiver gesundheitsökonomischer Effekte ausrichtet. Dazu werden vielversprechende Ansätze aus der Wissenschaft und des Anwendungsbereichs prämiert.

Am 21. November 2018 wurde der diesjährige Eugen Münch-Preis Preis für innovative Gesundheitsversorgung in München verliehen (wir berichteten bereits in 2017 und 2016). Die Stiftung Münch zeichnet sowohl eine wissenschaftliche Arbeit aus der Versorgungsforschung sowie eine praktische Anwendung aus. Zentrales Anliegen der Stiftung Münch ist es, dazu beizutragen, die Gesundheitsversorgung zu verbessern und das Gesundheitssystem effizienter zu gestalten. Dabei wird das Augenmerk insbesondere auf Digitalisierung, eHealth und Robotik gelegt.

„Es mangelt nicht an beeindruckenden Ideen und kreativen, klugen Köpfen, um die hiesige Gesundheitsversorgung zu verbessern; es mangelt jedoch häufig daran, das starre System mit teilweise unzeitgemäßen Regularien und überbordenden Partikularinteressen überwinden zu können“, betonte Stephan Holzinger, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, “mit dem Preis wollen wir den Innovationsdruck auf das System erhöhen und frischen Ansätzen dazu verhelfen, eine Chance auf den Einsatz im Versorgungsalltag zu bekommen“, heißt es auf der Webseite der Stiftung.

Unter den 100 Bewerbungen um den in zwei Kategorien verliehenen Preis, der mit jeweils einem Preisgeld von 20.000 Euro dotiert ist, wählte die Jury die beiden folgenden Arbeiten aus:

Differenzierung zwischen Routinefällen und komplexen Erkrankungen senkt Sterblichkeitsrisiko

In der Kategorie Versorgungsforschung wurde die Gesundheitsökonomin Dr. Sandra Sülz, Assistant Professor Erasmus Universität Rotterdam, für ihre Arbeit „Separate & Concentrate: Accounting for Patient Complexity in General Hospitals“ ausgezeichnet. Ihre Forschungsgruppe hatte 250.000 Datensätze aus 60 Allgemeinkrankenhäusern untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass Routinepatienten getrennt von Patienten mit komplexen Erkrankungen behandelt werden sollten, da dies die Qualität der Behandlung beider Patientengruppen verbessern und das Management der internen Behandlungsabläufe für die Kliniken einfacher machen würde.

Zunächst sollten Routinepatienten, bei denen in Diagnose und Therapie vieles standardisiert ist, in hoch spezialisierten Kliniken oder Abteilungen behandelt werden, die organisatorisch vom Allgemeinkrankenhaus getrennt seien. Die verbliebenen komplexen Patienten dagegen, bei denen diagnostisches Vorgehen und Therapie zunächst unklar seien, sollten möglichst eindeutig einer Fachabteilung zugeordnet werden, die über die nötigen interdisziplinären Ressourcen verfüge. Eine Simulationsanalyse kam zu dem Ergebnis, dass dadurch die Mortalitätsrate bei Routinepatienten um 13,4 Prozent gesenkt und bei Nicht-Routinepatienten respektive um bis zu 11,7 Prozent reduziert werden kann.

Preis für die virtuelle Trainingstherapie "Rehago“

Hier wurde Johannes Höfener und Team für die virtuelle Trainingstherapie "Rehago" honoriert. Sie erlaubt Patienten, die nach einem Schlaganfall an einer Halbseitenlähmung leiden, mittels einer VR-Brille ortsunabhängig gezielte, spielerische Übungen durchzuführen, wobei deren Konzeption auf medizinisch etablierten Therapiemethoden beruht. In einer virtuellen Umgebung heben sie etwa Memoryspielkarten an – in der Simulation können sie ihren gelähmten Arm wieder bewegen. Diesen steuern sie mit ihrem gesunden Arm und die visuelle Rückmeldung verstärkt dann die kognitive Reorganisation des Gehirns: Dies bezeichnet man als Spiegel-Therapie. „Die Übungen werden automatisch in einer digitalen Gesundheitsakte dokumentiert, sodass der Therapeut den Fortschritt erfassen und die Übungsparameter aus der Ferne anpassen kann. Im Fokus stehen Übungen, die die Beweglichkeit der Hand verbessern. Die angebotenen Spiele sind bekannt, sodass Rehago von den Anwendern gern genutzt und damit auch die nach Schlaganfall häufigen Depressionen lindern können“, heißt es in der diesbezüglichen Pressemitteilung der Eugen Münch Stiftung.

###

cwm

Ideen und Vernetzung fördern

Verleihung des Health-i-Awards 2018

Videokonsultation auch in Bayern

Ausschließliche Fernbehandlung im Einzelfall erlaubt

Eine gemeinsame Lösung

Ab Juli gibt es eine persönliche Gesundheitsakte per App für 25 Millionen Versicherte