Die Gewinner des MSD Gesundheitspreises 2018

Welche Lösungen helfen, den medizinischen Versorgungsalltag zu verbessern? Eine Jury als auch Anwender entschieden: Erstere küren eine fallbezogene Zweitexpertise, Letztere ein Qualitätsmanagementkonzept zur Sepsis Reduktion im Rahmen des MSD Gesundheitspreises.

Der in diesem Jahr zum siebten Mal in Folge verliehene MSD Gesundheitspreis steht unter der Schirmherrschaft der bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml. Mit dem Preis, der am 12. September im Rahmen des 8. MSD Gesundheitsforums verliehen wurde, werden innovative und effiziente Versorgungslösungen ausgezeichnet, die sich schon in der Praxis bewährt haben.  Damit will man nicht innovative Ideen per se, sondern deren Einsatz im Praxisalltag fördern: "Wir hoffen, dass der MSD Gesundheitspreis einen Beitrag leisten kann, dass die vielen guten Ideen in diesem Land auch wirklich umgesetzt werden, Nachahmer und Mitstreiter finden, um so letztlich die Menschen in diesem Land ein Stückchen gesünder zu machen", erläuterte Dr. Susanne Fiedler, Managing Director von MSD Deutschland.

Mit dem auf insgesamt €110,000 dotierten Preis wurden sieben Projekte ausgezeichnet, wobei zwei Lösungen sich Rang 3 teilen. Insgesamt gab es in diesem Jahr 64 Einreichungen – ein Plus von 39 Prozent im Vergleich zu den 46 Bewerbungen des Vorjahrs. Zehn kamen in die nähere Auswahl und aus ihrem Kreis wurden die 7 Gewinner bestimmt. Zusätzlich erhielt eines der Projekte noch den Publikumspreis, einem Sonderpreis, der in diesem Jahr erstmalig verliehen wurde und mit 5.000 Euro dotierter ist: „Mit dem MSD Publikumspreis wollen wir zunächst die Sichtbarkeit der nominierten Projekte weiter steigern", erklärt Fiedler. „Zum anderen wollen wir damit aber auch all denjenigen eine Stimme geben, für die diese Projekte eigentlich initiiert wurden: den Patienten. Zwar ist seit 2014 eine Vertreterin einer Patientenorganisation Teil unserer Jury – mit dem MSD Gesundheitspreis wollen wir diese Patientenbeteiligung aber weiter ausbauen," ergänzt sie.

Die folgenden Projekte wurden prämiert:

1. Preis: "Nationales Zweitmeinungsprojekt Hodentumor" (Kategorie „Medizinische oder organisatorische Breakthrough Innovation/Leuchtturmprojekt“)

Sieger sind das Helios Klinikum Berlin-Buch sowie das Universitätsklinikum Ulm. Sie werden für ihr gemeinsames Projekt für fallbezogene Zweitexpertise ausgezeichnet. Das Zweitmeinungsnetzwerk Hodentumoren ist ein Online-Konsiliarsystem, von dem sich Urologen bei der Therapieplanung von einem spezialisierten Zweitmeinungszentrum beraten lassen können. Alle Ärzte im D-A-CH Gebiet mit einem Hodentumorpatienten können sich unentgeltlich an die Zweitmeinungszentren wenden.

2. Preis: Die elektronische Visite (elVi)

Der zweite Preis ging an MuM, Medizin und Mehr eG für elVi, einer Lösung, die die Durchführung von Videosprechstunden ermöglicht und dadurch zur Effizienz und Effektivität in der Patientenversorgung beiträgt. Beim Einsatz in Pflegeheimen können die Pflegekräfte bei Bedarf jederzeit Ärzte verschiedener Fachrichtungen damit hinzuziehen und ersparen den Patienten den anstrengenden Weg zum Arzt.

3. Preis: “Sepsisdialog“ sowie “KAIS: Patient Blood Management“

Mit dem Sepsisdialog der Universitätsmedizin Greifwald, Klinik für Anästhesiologie, will man die Sterblichkeit bei Sepsis reduzieren. Es ist ein Qualitätsmanagementansatz, der durch schnelle Diagnostik und Aufklärung Menschenleben retten kann. Insbesondere setzt die Lösung auf eine Optimierung der mikrobiologischen Diagnostik. 

Mit “KAIS“ des Universitätsklinikums Frankfurt wird ein Konzept ausgezeichnet, das versucht, durch ein Paket von mehr als 100 Einzelmaßnahmen, Blutverluste während eines Krankenhausaufenthalts zu vermeiden. 

Sonderpreis E-Health/Digitalisierung für “smart medicationTM“

Mit diesem Preis werden VFTH e.V. und Rösch & Associates GmbH für ihr Projekt ausgezeichnet, Hämophilienpatienten ein digitales Tagebuch bereitzustellen, mit dessen Hilfe sie schnell und unkompliziert die tägliche Substitution mit dem lebenswichtigen Gerinnungsfaktor per App via Smartphone oder Computer dokumentieren können. Blutungen und damit verbundene Schmerzen können leicht erfasst und Schwellungen fotografiert werden. Die Daten stehen dem behandelnden Arzt unmittelbar zur Verfügung.

Sonderpreis Community Medicine/Arztnetze: bessere regionale psychiatrische Versorgung für "Straßenambulanz“

Die Jury ehrte mit diesem Sonderpreis den Caritasverband Hannover e.V. für dessen schnelle und unbürokratische Versorgung von Wohnungslosen und Menschen an der Armutsgrenze. Ehrenamtlich tätige Ärzte, Begleitpersonen und Fahrer versorgen diese in einem entsprechend ausgestatteten Ambulanzfahrzeug, in den Räumen von Tagestreffpunkten oder in Unterkünften für Wohnungslose. Langfristiges ist die Reintegration der Betroffenen in die medizinische Regelversorgung geplant.

Sonderpreis Stärkung der Patientenbeteiligung/Adhärenz: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München

Seit 2004 betreut die Stiftung Familien mit unheilbar kranken und lebensbedrohlich schwersterkrankten Ungeborenen, Neugeborenen, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Bayern. Dadurch will man die Familien stützen. Neben der Sicherung der medizinischen und therapeutischen Versorgung geht es auch um die Betreuung der Geschwisterkinder und die Eltern.

Publikumspreis: “Sepsisdialog“

Erstmalig standen alle zehn Finalisten für den Publikumspreis zur Wahl, um denjenigen eine Stimme zu verleihen, die von den Lösungen profitieren sollen. Insgesamt haben 4.813 Anwender online abgestimmt und die Lösung "Sepsisdialog" konnte die meisten Stimmen auf sich vereinigen.

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cwm

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