Eine Möglichkeit der Langzeitkonservierung von Biomaterialien ist das Einfrieren in Tanks mit flüssigem Stickstoff bei -196°C. Foto: German Biobank Node

Was wissen Sie über den Verdienst von Biobanken?

Biobanken sind wichtig für die klinische Forschung, von deren Erkenntnissen die Allgemeinheit profitiert. Doch diese weiß nur wenig über die Bedeutung einer Biobank und ist zurückhaltend, deren Tätigkeit mit Bioproben zu unterstützen. Das soll sich ändern.

Biobanken sind in der Regel hochmoderne, robotergesteuerte Kühllager, die mit leistungsfähigen Datenbanken verknüpft sind: Hier werden verschiedene Proben von Körpermaterialien von Patienten für Forschungszecke gesammelt und konserviert sowie klinische und biografische Daten der Spender in verschlüsselter Form archiviert. Molekulare Analysen könnten dann im Abgleich mit diesen Daten dazu beitragen, erkrankungstypische Muster zu identifizieren und damit Fortschritte in der Früherkennung, Diagnostik und Therapie zu erzielen.

Jedoch sind das Konzept und der potenzielle Nutzen der Biobanken für die Bevölkerung in Deutschland noch nicht sehr tief in deren Bewusstsein vorgedrungen. Dies macht es so schwer, die notwendigen Spenden an Körpermaterialien sicherzustellen. Eine Informationskampagne soll dem entgegenwirken.

Deutsche Biobankenallianz will aufklären

Mit ihrer Aktion will die deutsche Biobankallianz, ein Zusammenschluss von elf deutschen Biobanken, in denen gemeinsam fast 14 Millionen Bioproben lagern, „Spender von Körpermaterial über ihren wertvollen Beitrag zum medizinischen Fortschritt aufklären“, so die Pressemitteilung. Oft hätten die Patienten in Krankenhäusern in Deutschland, die sogenanntes Biomaterial wie Blut, Gewebe oder Urin spenden, keine genaueren Vorstellungen, was eigentlich mit ihren Proben geschieht. Dies erzeugt Unsicherheit bei den potenziellen Spendern.

Dem will nun die Kampagne mit einer Palette an Informationsmaterialien entgegenwirken: Plakate, Flyer und eine dezidierte Website (www.biobanken-verstehen.de) stehen den Interessierten mit Auskünften zu den häufigsten Fragen rund um das Thema Biomaterialspenden zur Verfügung. Sie erhalten dort auch einen Einblick in die Arbeit moderner Biobanken. "Wir möchten mit der Website und dem Informationsmaterial zu mehr Transparenz und Partizipation beitragen", erläutert Prof. Dr. Michael Hummel, Koordinator der Biobankenallianz, den Hintergrund der Kampagne.

Große Stichproben sind ein Muss für statistisch robuste Ergebnisse

Um Fragen nach den molekularen Ursachen verschiedener Erkrankungen zu untersuchen und herauszufinden, ob und welche Faktoren möglicherweise auf Krankheitsverlauf und Therapie einwirken, ist es notwendig, eine große Zahl von Proben unterschiedlicher Patienten zu untersuchen. Hier helfen die Proben der Biobanken, Ursachen und Zusammenhänge zu erforschen: "Mithilfe dieser Ergebnisse können Ärzte und Wissenschaftler Krankheitsursachen erkennen und darauf aufbauend neue diagnostische Tests und Therapien entwickeln. In der Krebsmedizin ist die Analyse von Gewebeproben aus Biobanken außerdem unverzichtbar, um Tumoren präziser in Unterklassen einzuteilen und so gezielter behandeln zu können", erläutert Prof. Dr. Peter Schirmacher, Direktor des Pathologischen Instituts, Leiter der BioMaterialBank Heidelberg und Partner der Biobankenallianz. "Ziel es ist, mit Hilfe dieses Wissens Therapien immer genauer auf die Erkrankung des einzelnen Patienten auszurichten und damit seine Heilungschancen zu erhöhen."

###

cwm

Personalisierte Krebsdiagnostik

Präzisionsmedizin im Einsatz an der Charité Berlin

Ausbildung zur Analyse von Gesundheitsdaten

Helmholtz Information & Data Science School for Health gegründet

HIMSS Impact 17

Wirkungskraft von Big Data im Gesundheitswesen erschließen