HIMSS Analytics und das Electronic Medical Record Adoption Model (EMRAM)

Das EMRAM Modell ist eine strategische Roadmap zur effektiven Einführung und Nutzung einer elektronischen Patientenakte. Es hilft gerade dann, wenn Leitlinien zur digitalen Transformation fehlen.

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Jörg
Studzinski

HIMSS Analytics, ein Tochterunternehmen der Healthcare Information and Management Systems Society, will den verschiedenen Playern im Gesundheitswesen Entscheidungen auf Basis valider Daten erleichtern. Wir sind davon überzeugt, dass größeres und fundierteres Wissen zu besseren Entscheidungen führt. Und diese treiben das Gesundheitswesen voran – ein Ziel, das wir verfolgen. Positioniert an der Schnittstelle zwischen Daten und Bewertung, ist HIMSS Analytics eine globale Organisation für Market Intelligence, Forschung und Standards, die zentrale Health-IT-Daten sammelt, analysiert und zur Verfügung stellt.

Ein Mittel dazu ist EMRAM, das Electronic Medical Record Adoption Model. Es beschreibt auf einer achtstufigen Skala von 0 bis 7 die IT-Durchdringung eines Krankenhauses anhand der elektronischen Patientenakte und ergänzender Systeme. Ziel ist eine papierlose Arbeitsumgebung und die Förderung von Technologien zur Verbesserung der Patientenversorgung. Wir verstehen das Modell zum einen als strategische Roadmap zur effektiven Einführung und Nutzung einer elektronischen Patientenakte, zum anderen als europa- und weltweiten Benchmark gegenüber weiteren Einrichtungen der Gesundheitsversorgung. Bisher wurden mehr als 2.500 Kliniken in Europa nach EMRAM bewertet.

Eine Einrichtung, die die EMRAM Stufe 6 erreichen will, muss ihre Prozesse weitestgehend digitalisiert haben, also bereits papierlos arbeiten. Dazu müssen die klinische Dokumentation von Ärzten, Pflegekräften und andere Therapeuten in einem Informationssystem abgebildet sein und die Berufsgruppen auf ein klinisches System zur Entscheidungsunterstützung (CDSS, Clinical Decision Support System) zurückgreifen können. Darüber hinaus verlangen wir eine Closed Loop Medication, also einen IT-gestützten, geschlossenen Medikationsprozess, der von der Verordnung der Medikamente über das Richten bis zum Austeilen am Patientenbett lückenlos dokumentiert wird. Sie stellt die Einhaltung der 5-R-Regel – richtiger Patient, richtiges Arzneimittel, richtige Dosierung oder Konzentration, richtige Applikation, richtiger Zeitpunkt – sicher.

Die medius KLINK NÜRTINGEN ist Teil der medius KLINIKEN, einem Klinikverbund in öffentlicher Trägerschaft mit über 2.800 Mitarbeitern an drei Standorten im Kreis Esslingen.

Das in der medius KLINIK NÜRTINGEN eingesetzte KIS zeichnet sich durch eine einrichtungsweite Durchdringung und Integration mit wichtigen Subsystemen, etwa dem Labor oder dem Langzeitarchiv, aus.

Nach aktuellem Stand ist die medius KLINIK NÜRTINGEN das einzige Krankenhaus in Deutschland, welches erfolgreich für die EMRAM Stufe 6 validiert wurde. Es kann somit eine Vorbildfunktion bei der digitalen Transformation der deutschen Krankenhauslandschaft einnehmen.

Jörg Studzinski

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