Gesundheitspolitik in der nächsten Legislaturperiode

In der nächsten Legislaturperiode soll eine verstärkte Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen vorangetrieben werden, findet der Bundesgesundheitsminister. Dabei könne ein verstetigter Innovationsfonds ein wichtiger Motor der Veränderung sein.

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Cornelia
Wels-Maug

Die Frage, wie sich das Gesundheitswesen in der nächsten Legislaturperiode weiterentwickeln wird, stellt sich kurz vor der Bundestagswahl immer dringlicher. Bei einer Veranstaltung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen erläutert Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe diese Woche die Themen und Initiativen, die aus seiner Sicht weiterzuführen sind.

Push der sektorübergreifenden Versorgung in die Regelversorgung

„Es sind Dinge zu tun“, leitet Gröhe ein. „Das große Thema Weiterentwicklung einer sektorübergreifenden guten Versorgung, um aus den vielen guten Leistungen, die beste Mannschaftsleistung zu machen“, sieht er als eine der zentralen Aufgaben an, die in der nächsten Legislaturperiode weiterentwickelt werden muss. Dabei bewertet er den unter seiner Ägide geschaffenen Innovationsfonds als „Riesenschritt“ in Richtung integrierter Versorgung. Jedoch gibt er auch zu bedenken, dass eine umfassende Bewertung des Innovationsfonds erst in der nächsten Legislaturperiode erfolgen wird: „Ob es daraus Erkenntnisgewinn gibt, mit dem wir die Regelversorgung vorantreiben, das zeigt sich erst in der nächsten Legislaturperiode, wenn wir aus diesen Projekten lernen.“

Verstetigung des Innovationsfonds

Der Bundesgesundheitsminister betont in diesem Zusammenhang auch, dass die Befristung der Fördermittel des Innovationsfonds auf vier Jahre aufgehoben werden sollte: "Bei der guten Finanzlage muss es sich die GKV leisten, für solch ein Instrument 300 Millionen Euro im Jahr in die Hand zu nehmen", fordert Gröhe. Der Bundestag müsse in der neuen Legislaturperiode die entsprechenden Weichen stellen, um die Förderung innovativer Versorgungsprojekte zu verstetigen.

Vernetzt ist ‚best‘

Gröhes Einschätzung nach, wird Vernetzung eines der wichtigsten Themen der kommenden Legislaturperiode sein. Er unterstreicht: "Auch Patienten werden zunehmend einfordern, dass sie eine zentrale Anlaufstelle haben und alle weiteren Akteure gut zusammenarbeiten." Dabei verwies er insbesondere auf den Übergang zur palliativmedizinischen Versorgung: Der Pflegebedürftige soll zum Lebensende hin nicht aus einer stationären Einrichtung herausgenommen werden müssen, um in einem Hospiz versorgt zu werden. Vielmehr soll es möglich sein, den Betroffenen vor Ort palliativmedizinisch zu begleiten. Mit Blick auf andere Länder verwies Gröhe, dass in Deutschland in Sachen Teamarbeit "Luft nach oben" bestehe. Dabei regt er ganz besonders an, sich das Beispiel der ‚Corporate Care‘, dem Zusammenspiel verschiedener Akteure in der Gesundheitsversorgung und Pflege, zu Herzen zu nehmen.

Cornelia Wels-Maug

erforscht seit 21 Jahren den Einsatz von IT in diversen Industriesektoren und hat sich vor fast zehn Jahren auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert. Sie verfasst Artikel, Fallstudien und Weißbücher über den weltweiten Markt für IT im Gesundheitswesen undhält Vorträge und Webinare. Gleichzeitig ist sie auch als Analystin für den internationalen Gesundheitsmarkt bei einer englischen Firma tätig.

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