Mehr Lebensqualität durch Telemedizin

TelePark will durch Vernetzung von Parkinsonpatienten, deren Syndrome schon fortgeschritten sind, mit Parkinsonspezialisten per Telemedizin und Sensorik zu einer höheren Versorgungs- und Lebensqualität sowie weniger stationären Notfallbehandlungen beitragen.

Seit diesem Januar ist das Projekt „TelePark“ an den Start gegangen. Es hat es sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität von Patienten, die unter fortgeschrittenen Parkinsonsyndromen leiden, per Telemedizin und moderner Sensorik, die beispielsweise in speziellen Socken oder in am Arm zu tragenden Bewegungsmessern eingebaut sind, zu verbessern. Die unmittelbare Analyse und Dokumentation der mit den Sensoren oder Smartphoneapps erfassten Daten soll es den behandelnden Ärzten der insgesamt 198 teilnehmenden Patienten aus Ostsachsen ermöglichen, deutlich früher als bisher zu intervenieren. Die an dem Projekt involvierten Ärzte und Wissenschaftler erhoffen sich eine gesteigerte Versorgungsqualität, die in einer erhöhten Lebensqualität sowie in geringeren Fallzahlen von vermeidbaren stationären Notfallbehandlungen der Betroffenen resultieren.

Das Projekt, das noch bis März 2022 laufen soll, wird mit 1,9 Millionen Euro im Rahmen der Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft von der Sächsische Aufbau Bank (SAB) und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Anlässlich der Übergabe der Zuwendungsbescheide im November 2018 erklärte die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch: „Durch den Einsatz von Telemedizin können wir eine qualitativ hochwertige Versorgung für Patienten mit Parkinson gewährleisten. Ein ganzheitliches telemedizinbasiertes Versorgungskonzept für Parkinsonpatienten, wie es im Projekt verfolgt wird, ist in Deutschland einzigartig,“ fügte sie noch an.

Getragen wird TelePark von der Klinik für Neurologie, dem Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) und dem Institut für Biomedizinische Technik der TU Dresden (IBMT), der Professur für Sportgerätetechnik an der TU Chemnitz, dem Institut für Angewandte Informatik (InfAI) an der Universität Leipzig sowie den Firmen intecsoft medical und Strumpfwerk Lindner.

Kontinuierliche Anpassung

Wenn die durch die Überwachung erhobenen Daten darauf hinweisen, dass sich die Symptome des Erkrankten verändert haben, passen Ärzte die Therapien an oder schlagen neue vor. Dies geschieht alles im Rahmen von Studien, in denen alternative Möglichkeiten der Interaktion mit und des Monitorings von Patienten verglichen und bewertet werden. Wissenschaftler beurteilen die Auswirkungen des kontinuierlichen Austauschs und passen den Prozess, das System und die Anwendungen an die Bedürfnisse und Akzeptanz der Patienten, Angehörigen und Behandelnden an.

Hintergrund

Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit. In Europa leiden mehr als eine Million Menschen an Parkinson. Mit dem Fortschritt der Krankheit bedarf es einer immer häufigeren Überprüfung des Gesundheitszustandes, da sich dieser von Tag zu Tag deutlich ändern kann, jedoch ist nur ein Termin bei einem Spezialisten etwa alle sechs Monate vorgesehen. Allein im Universitätsklinikum Dresden kommen fast 60 Prozent der Parkinsonpatienten als Notfälle in die Klinik.

Die Zahl der Parkinsonerkrankungen wird sich laut einer Studie der European Parkinson’s Disease Association bis 2030 verdoppeln. Auf Sachsen bezogen sind das rund 64.000 Patienten. Damit auch Betroffene in ländlichen Gebieten gut betreut werden können und um deren Autonomie und Lebensqualität zu erhalten, will Telepark diese mit Parkinsonspezialisten vernetzen.

TelePark wurde bereits ausgezeichnet

Noch bevor das Projekt dieses Jahr anlief, wurde dessen Konzept im März 2018 mit dem zweiten Platz des Digitalpreises 2018 ausgezeichnet. TelePark konnte sich dabei gegen 80 weitere Projektteams und Unternehmen durchsetzen. Nun wird sich zeigen, wie sich das Konzept in der Anwendungsphase bewährt.

###

cwm

 

Systematisches Screening und Behandlung von Schwangeren

Angst, Depression und Stress setzen nicht nur einer Schwangeren und deren Familie zu, sondern potenziell auch ihrem Kind.

Nachhaltige Schlaganfallversorgung

Der „PostStroke-Manager“ verspricht eine besser koordinierte Langzeitbetreuung von Schlaganfallpatienten nach der Akutphase.

Telemedizin gegen Schlaganfall

Gesundheitsministerium in Bayern fördert Telekonsil-Netzwerk