Es tut sich was auf dem deutschen KIS-Markt

Mit einer Gruppe von KIS-Experten und einigen Vorurteilen im Gepäck reiste ich vor einiger Zeit nach Brasilien, um verschiedene Krankenhäuser zu besuchen und mit hiesigen Anwendern des KIS-Marktführers zu sprechen.

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Miriam
Schnürer

Mit einer Gruppe von KIS-Experten und einigen Vorurteilen im Gepäck reiste ich vor einiger Zeit nach Brasilien, um verschiedene Krankenhäuser zu besuchen und mit hiesigen Anwendern des KIS-Marktführers zu sprechen. So vielseitig sich die Strukturen auch darstellten – von privaten Kliniken/Ketten der Maximalversorgung über akademische Lehrkrankenhäuser bis hin zu kirchlich geführten Non profit-Häusern der Grund- und Regelversorgung - immer stachen zwei Merkmale besonders hervor: 1. Eine starke Patientenzentrierung mit einem empathischen Umgang 2. Ein erstaunlich hoher Technologiesierungsgrad. Jeder Besucher wird elektronisch registriert. Überall hängen Bildschirme mit Übersichtdashboards oder Anzeigetafeln für die Patienten mit Informationen zu Wartezeiten und Wegbeschreibungen. Cloosed loop medication ist Standard und Unit dose- Anbindungen sind ebenso zu beobachten wie Barcode Reading und Tracking auf allen Ebenen. Das Qualitätsmanagement, überhaupt die gesamte Krankenhaussteuerung wird mit Hilfe von Echtzeit-Analysen, umfangreichen KPI und Reports/Dashboards kontrolliert. Bei dieser IT-Umsetzungsreife verwundert es nicht, dass der KIS-Marktführer Tasy* bereits acht Krankenhäuser auf das EMRAM Level 6 gebracht hat und zwei der Hauser sich jetzt auf das Level 7, die höchste Stufe der HIMSS Klassifizierung, vorbereiten.

Brasiliens KIS Nummer eins kommt nach Deutschland

Philips wird Tasy auf der diesjährigen conhIT vorstellen. Das System gehört seit 2010 zum Portfolio des Unternehmens und wird zurzeit von einem deutsch-brasilianischen Beraterteam in enger Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Düren an die deutschen Marktanforderungen angepasst.

Von den in Deutschland bekannten KIS wird Tasy sich nicht allein durch seine Herkunft unterscheiden. Aufgrund seines grundsätzlich anderen konzeptionellen Ansatzes bringt es alles mit, was eine echte Alternative braucht. Anders als die meisten bestehenden Lösungen wurde Tasy in Brasilien nicht unter primär administrativen Gesichtspunkten, sondern umgekehrt aus den klinischen Prozessen heraus von Ärzten - u. a. von dem Kardiologen Dr. Luiz Arnoldo Härtl – für Ärzte entwickelt. Es ist um die elektronische Patientenakte herum organisiert und bildet den Leitgedanken „Mensch im Mittelpunkt“ konkret im Versorgungsalltag ab. Das HTML5-basierte, cloudfähige und mobil nutzbare KIS wird Patienten aktiv in die Abläufe einbeziehen.

Angestrebt sind außerdem eine weitgehend automatisierte, lückenlose Echtzeit-Leistungserfassung sowie Funktionen zur klinischen und administrativen Entscheidungsunterstützung. Schon heute verfügt Tasy in Brasilien über zahlreiche Protokolle, Variablen- und Standard-Scores, die Krankenhäuser bei der Verbesserung der Patientensicherheit und der medizinischen Ergebnisqualität unterstützen und gleichzeitig administrative Prozesse im Hintergrund verkoppeln. Die hinter den Kernprozessen laufenden Daten lassen sich für verschiedene Zwecke  wie zum Beispiel die Steuerung von Ressourcen (Dienstpläne, Räume, Betten, Materialien etc.), die Patienteninformation, die Dokumentation zur Herstellung von Rechtssicherheit, aber auch zur Abrechnung verwenden.

Die Zusammenführung von administrativen Tools und Daten aus dem Versorgungsprozess werden eine bessere Steuerung der Kosten und Einnahmen erlauben und können somit zur Wirtschaftlichkeit der Krankenhäuser beitragen.


* Tasy ist noch nicht CE-zertifiziert und erst nach Abschluss der Zertifizierung in Deutschland erhältlich. Bestimmte Module von Tasy werden als Medizinprodukt zertifiziert werden.

Miriam Schnürer

Business Unit Manager EMR/KIS Healthcare.Informatics.Solutions.Services (HISS), Philips DACH

 

                      Miriam Schnürer ist seit 23 Jahren mit Themen im, um und am Krankenhaus beschäftigt. Vor ihrem Wechsel zu Philips war sie in leitenden Funktionen bei anderen IT-Herstellern tätig. Miriam Schnürer setzt sich dafür ein, Krankenhaus-IT auf die nächste Innovationsstufe zu bringen, neue Technologien und Möglichkeiten für die Krankenhäuser zu eruieren und den Nutzen für die Menschen zu erhöhen. Darüber hinaus begeistert sie sich für IT im Infektionsschutz, im Katastrophenschutz und IT zum Schutz von kritischen Infrastrukturen.

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