Schrittweise Vereinfachung der Krankmeldung: Aus drei mach keins!

Statt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in dreifacher Ausführung auszudrucken, wie wäre es, den elektronischen Versand zu erproben? Schrittweise arbeitet nun die Techniker Krankenkasse daran, die Abwicklung benutzerfreundlicher zu gestalten.

Bisher erhalten kranke Arbeitnehmer ihre Arbeitsunfähigkeits (AU)-Bescheinigung in dreifacher Ausführung vom behandelnden Arzt, damit sie jeweils eine zur Vorlage bei der Krankenkasse, beim Arbeitgeber und für die eigenen Unterlagen verwenden können.

Seit September 2017 gibt es eine Erleichterung für erkrankte Arbeitnehmer der Techniker Krankenkasse (TK) und des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), die bei der TK versichert sind: Sofern ihr behandelnder Arzt an dem Pilotprojekt "elektronische Arbeitsunfähigkeit" (eAU) der TK teilnimmt, kann der Arzt die Krankschreibung per Mausklick aus der Praxissoftware heraus an die Versicherung, in diesem Fall die TK, übermitteln. Unverändert jedoch muss der Arbeitnehmer die ausgedruckte AU-Bescheinigung für den Arbeitgeber per Post oder persönlich einreichen. Bislang nehmen um die 500 Ärzte aus Schleswig-Holstein und Hamburg und seit Juni 2018 nun auch aus Nordrhein-Westfalen an dem Projekt teil.

Einbindung des Arbeitgebers als nächster Schritt

Jetzt geht das Modellprojekt in die nächste Ausbaustufe und bezieht die Arbeitgeber in den elektronischen Informationsaustausch mit ein. Bei der TK versicherte Mitarbeiter der TK und des UKSH können schon bald auf die „händische“ Einreichung ihrer AU-Bescheinigung verzichten, sofern sie ihrem Arzt die Einwilligung dazu erteilen. Dann ist nur noch eine mündliche Krankmeldung beim Arbeitgeber nötig. Diese ermächtigt den Arbeitgeber, die eAU bei der TK abzufragen. Dabei wird dem Arbeitgeber nicht die Diagnose des erkrankten Mitarbeiters mitgeteilt.

"Als erste Arbeitgeber sind die TK und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) angebunden. Allein bei der TK erreichen wir damit rund 6.100 Mitarbeiter. Gemeinsam mit dem UKSH kommen wir insgesamt auf rund 9.500", sagt Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK. Der Datenaustausch zwischen den Arbeitgebern und der TK erfolge nach den bestehenden Regelungen durch eine gesicherte und verschlüsselte Datenübertragung, lässt die TK wissen. "Mit der digitalen Krankschreibung ist uns ein weiterer Schritt sowohl im Sinne unserer Versicherten als auch im Sinne der Ärzte und Arbeitgeber gelungen", ergänzt Ballast. 

Aus drei mach keins

In Zukunft möchte die TK auch den Versichertendurchschlag der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung den Versicherten elektronisch zur Verfügung stellen. Dadurch würden alle drei Ausführungen der Krankschreibung obsolet. Ballast resümiert: "Mit unserer digitalen Agenda möchten wir durch innovative Lösungen Abläufe im Gesundheitswesen schneller und einfacher gestalten. Die digitale Krankschreibung ist ein gutes Beispiel für echte Vereinfachung und Beschleunigung durch die Möglichkeiten der Digitalisierung.“

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cwm

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