Unternehmen im Gesundheitswesen scheinen noch nicht gut auf Digitalisierung vorbereitet

Laut Digitalisierungsbarometer ist es mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens noch lange nicht so weit, wie die vielen Diskussionen über das Thema glauben machen. Ohne sie wird es nicht gehen, da ist man sich einig, aber Sicherheitsbedenken wiegen schwer.

Die digitale Transformation des Gesundheitsweisen ist in aller Munde. Aber was heißt das konkret und stellt man sich in unterschiedlichen Ländern darunter auch dasselbe vor? Das aktuelle Digitalisierungsbarometer befragte ausgewählte Experten aus den Bereichen Krankenhaus, Altenpflege, Industrie, Wissenschaft, Verbände sowie Krankenkassen in drei europäischen Ländern zu ihren jeweiligen Einschätzungen des Status quo der Digitalisierung des Gesundheitswesens ihres Land sowie deren Einfluss auf die Arbeitsweise. An der Studie wirkten insgesamt 195 Teilnehmer zwischen 24 und 68 Jahren mit, wobei 90 aus Deutschland, 58 aus Dänemark und 47 aus den Niederlanden stammen.

Studienergebnisse: Geringer Digitalisierungsgrad im Gesundheitswesen

Die Mehrheit der Teilnehmer finden, dass viele Unternehmen der Gesundheitswirtschaft in ihrem Land nicht optimal für die digitale Transformation vorbereitet sind. Dies ist kongruent mit der Ablehnung der Einschätzung, dass das Gesundheitswesen bereits weitgehend digitalisiert sei: In Deutschland stimmen dieser Auffassung 12% zu und 49% lehnen sie ab, in Dänemark sind dies respektive 3% und 67% und in den Niederlanden respektive 23% Befürworter versus 76% Kritiker.

Über die drei Länder hinweg waren sich die Teilnehmer mehrheitlich einig, dass die Digitalisierung nicht nur für ein Wachstum in der Beschäftigung sorge (Deutschland 35%, Dänemark 60%, Niederlande 66%), sondern diese wichtig ist, um Gesundheitssystems zukunftsfähig zu machen (Deutschland 84%, Dänemark 43%, Niederlande 59%).

Aber dies ist kein uneingeschränkter Freibrief für die Digitalisierung, denn sie muss mit dem Schutz der Privatsphäre einhergehen. So sehen 44% der Befragten in Deutschland, respektive 53% in Dänemark und 40% in den Niederlanden den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen als eine Gefahr für die Privatsphäre. Trotzdem gibt es eine breite Zustimmung aller Befragten für die Speicherung zusätzlicher Gesundheitsdaten (Deutschland 38%, Dänemark 53%, Niederlande 67%).

Digitalisierung der Verwaltung bietet sich am ehesten an

Im Ländervergleich sprechen die deutschen Teilnehmer sowohl der Medizin als auch der Pflege und der Verwaltung eine geringere Digitalisierbarkeit zu als Niederländer und Dänen. Alle Befragten sind sich jedoch einig, dass die Verwaltung am besten zu digitalisieren sei und die Pflege am schwierigsten. Der Aussage „Es ist jede Technik willkommen, die den Pflegekräften die Arbeit erleichtert und den Patienten nützt“ stimmten in den Niederlanden 92% der Befragten und in Deutschland nur 38% zu.

Im Vergleich zu den Teilnehmern aus den Niederlanden erwarten die deutschen Teilnehmer von der Digitalisierung insgesamt mehr Prozessorientierung, eine größere Verbesserung der Arbeitsbeziehungen zwischen Ärzten und Pflege sowie eine vereinfachtere Entscheidungsfindung.

Was sind die nächsten Schritte in der digitalen Transformation?

Laut der Studie haben die elektronische Patientenakte mitsamt dem elektronischen Medikationsplan sowie Telemedizin und Telemonitoring das höchste Potenzial, schon bald zu einem Teil der Versorgung in Deutschland zu werden. Aber auch das Entlassmanagement und eine bessere Betreuung chronisch Kranker stehen auf der Wunschliste der Studienteilnehmer. Am dringlichsten wurde die Umsetzung für die Krankheitsbilder Diabetes mellitus und Herzinsuffizienz eingestuft.

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cwm

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