Sprachsteuerung in der Mensch-Maschine-Interaktion

Ein Projekt untersucht, ob Pflegekräfte und Verwaltungsmitarbeiter in der Pflege mithilfe von Spracheingabe und Sprachsteuerung ihre Arbeit einfacher dokumentieren können. Spezielle Experimentierräume wurden extra dafür geschaffen.

Was tun, wenn die Sicherung der Versorgungsqualität durch Dokumentationsarbeit die ohnehin begrenzten Ressourcen zum Ausüben der eigentlichen Pflege zu überfordern droht? Das Dokumentieren nimmt viel Zeit in Anspruch, die jedoch im Pflegealltag angesichts des akuten Mangels an Pflegekräften knapp bemessen ist.

Ein neues Forschungsprojekt, das am 28. November dieses Jahres startete, wird nun untersuchen, inwiefern Digitalisierung beitragen kann, Dokumentationsprozesse zu optimieren. Im Rahmen des Vorhabens "Sprachsteuerung in der Mensch-Maschine-Interaktion – intelligente Vernetzung für Altenpflegedokumentationssysteme", zu Sprint-Doku abgekürzt, wird in Lern- und Experimentierräumen erforscht, wie intelligente Vernetzung in Verbindung mit Sprachsteuerung die Dokumentation im Arbeitsalltag von Pflegekräften und Verwaltungspersonal verbessern kann. Das Vorhaben wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gefördert.

An dem Projekt ist ein Konsortium aus Forschungs-, Technik- und Sozialpartnern beteiligt.

Mit der Technologie experimentieren

In drei Lern- und Experimentierräumen wird anhand von Mikroschulungen, Lernlaboratorien und Erfahrungsberichten getestet, wie Beschäftigte in der ambulanten und stationären Pflege sowie in der Verwaltung durch eine Verbindung aus digitalisierter Dokumentation mit Spracherkennung unterstützt werden können. Dabei sollen die Effekte über den gesamten Workflow hinweg evaluiert werden; dies umfasst Pflegeprozesse, Arbeitsorganisation und -gestaltung, Qualifikationsanforderungen sowie den Datenschutz für Pflegebedürftige und Beschäftigte.

Bessere Arbeitsbedingungen und Prozessqualität

Das Projekt basiert auf der Erfahrung, dass der Mensch drei- bis viermal schneller sprechen als schreiben kann. Daher versucht es, mit der Sprachsteuerung in der Mensch-Maschine-Interaktion, die Dokumentationsarbeit zu erleichtern. „Spracherkennung besitzt für uns im Bereich der ambulanten und stationären Pflege das Potenzial, den Zeitaufwand für die Pflege- und Betreuungsdokumentation zum Nutzen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie auch der Mitarbeitenden zu verringern. Wir erwarten außerdem insgesamt eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Prozessqualität,“ erläutert Robert Hirtes, Projektpartner "Sprint-Doku", Diakonie Ruhr.

Insgesamt erhofft man sich, dass die Ergebnisse dazu beitragen werden, die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten im Pflegebereich zu erhalten und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Pflegewirtschaft zu stärken. Außerdem will man im Rahmen des Projektes einen Handlungsleitfaden und Checklisten für die Praxis sowie ein soziales Pflichtenheft entwickeln. 

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cwm

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