Bürger wollen mehr Tempo bei Digitalisierung des Gesundheitswesens

Die Bevölkerung in Deutschland wünscht sich von Bund, Ländern und Kommunen mehr Online-Service und Vernetzung, so die Ergebnisse einer gerade von Sopra Steria veröffentlichten Studie zur digitalen Transformation des öffentlichen Sektors.

Viele Bürger in Deutschland sind an einem Digitalpakt im Gesundheitswesen, so wie man ihn bislang schon aus dem Schulsektor kennt und der dort für eine verbesserte digitale Ausstattung der Schulen sorgen soll, interessiert. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie "Digital Government Barometer 2018", in der das Marktforschungsunternehmen IPSOS SA im Auftrag von Sopra Steria Consulting die Einstellung von insgesamt 5.001 Personen aus fünf europäischen Ländern zu der digitalen Transformation des öffentlichen Sektors im vierten Quartal 2018 untersuchte.

Obgleich die Mehrheit (41 Prozent) der 1.000 an der Online-Umfrage teilnehmenden Bürger das Bildungswesen als „die drängendste Digitalbaustelle der Verwaltung“ ansieht, finden 39 Prozent der Befragten, dass das Gesundheitswesen bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung Vorrang haben sollte. Damit wird in Deutschland die Digitalisierung des Gesundheitswesens als fast ebenso wichtig wie die des Bildungswesens angesehen.

Mehr online Dienstleistungen im Gesundheitsbereich

Die Studie arbeitet heraus, dass sich die hiesige Bevölkerung auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung von Bund, Ländern und Kommunen ein größeres Angebot an Online-Dienstleistungen sowie mehr Vernetzung wünscht. Annähernd jeder dritte der Befragten in Deutschland spricht sich dafür aus, dass die Entwicklung sowie das Angebot von Online-Dienstleistungen für den Krankheitsfall Vorrang haben soll. Als Fundament für solche Angebote werden die elektronische Patientenakte, elektronische Rezepte und ein web-basierte Datenaustausch zwischen Arzt, Krankenkasse und Patient angesehen. Die Befragten erhoffen sich durch Angebote wie Gesundheitsapps, digitale Diagnosetools und telemedizinischen Beratungen sowohl einen größeren Umfang an Freiheitsgraden als auch mehr Bequemlichkeit bei der medizinischen Versorgung. Ebenso sehen die Studienteilnehmer, dass das Potenzial von Self-Service-Angeboten für Patienten, beispielsweise für das Buchen von Terminen über Online-Portale, hier noch weiter ausgeschöpft werden könnte.

Besser verbundenes Gesundheitswesen als Herausforderung

Ronald de Jonge, Business Unit Director, Management Consulting, Public Sector, Sopra Steria Consulting SE, verweist auf die Vielschichtigkeit des deutschen Gesundheitswesens und die daraus erwachsenden Schwierigkeiten, die Akteur miteinander zu vernetzen: „Das komplexe Gesundheitssystem in Deutschland mit rund 2.000 Krankenhäusern, 118 gesetzlichen Krankenkassen, zirka 20.000 Apotheken, mehr als 200.000 Haus- und Fachärzten sowie Therapeuten und die 82 Millionen potenziellen Patienten digital optimal zu verbinden, ist keine leichte Aufgabe." Dazu bedarf es auch eines gesetzlichen Rahmens wie beispielsweise das vom Bundestag verabschiedete Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) (wir berichteten). „Dazu kommt, dass Krankenhäuser als kritische Infrastrukturen besondere IT-Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen. Mit Abschluss dieser Arbeiten ist es absehbar, dass sich der Online-Leistungskatalog im Gesundheitssektor schnell füllen wird," verweist de Jonge.

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cwm

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