Digitalisierung erfordert Investitionen in sichere Infrastruktur

Die Kehrseite der Digitalisierung sind erhöhte Sicherheitsrisiken insbesondere durch Cyberangriffe und Ransomangriffe. Im Rahmen des „Smart Hospital“ Projektes sollen neue Konzepte entwickelt werden, wie eine Krankenhausinfrastruktur sicherer gemacht werden kann.

Die voranschreitende Digitalisierung der Krankenhäuser und u. a. auch das Mitbringen mobiler Endgeräte von Patienten und deren Besucher erzeugen eine Vielzahl von Sicherheitsrisiken für den Krankenhausbetrieb und damit auch für die Sicherheit der Patienten.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml will dem Abhilfe schaffen. Mit dem Projekt „Smart Hospital - Sichere Digitalisierung bayerischer Krankenhäuser" sollen in einem ersten Schritt der aktuelle Stand und mögliche Schwachstellen im Bereich der Digitalisierung und IT-Sicherheit in bayerischen Krankenhäusern erfasst werden. Es soll auch abgeklärt werden, auf welchen Gebieten die Digitalisierung absehbar weitere Angriffsziele bieten wird – wie beispielsweise durch die verstärkte Nutzung mobiler Endgeräte auf den Krankenhausstationen oder durch die telemedizinische Hinzuschaltung von Experten in Operationssälen. Andere Risikoquellen könnten auch von den durch Patienten oder deren Besucher in das Krankenhaus mitgebrachten Datenträgern, auf die die eignen Gesundheitsinformationen gespeichert sind, ausgehen. Hier will man herausfinden, wie diese Bereiche möglichst im Vorfeld bereits geschützt werden können.

„Smart Hospital“ als Testbett

Huml betonte: "Krankenhäuser müssen sich nicht zuletzt zum Schutz der Patientinnen und Patienten gegen Angriffe von außen auf ihre digitale Infrastruktur wappnen. Deshalb unterstützen wir sie bei der IT-Sicherheit mit dem Projekt 'Smart Hospital', das wir mit 533.000 Euro fördern." Sie verdeutlichte, dass es sich bei Smart Hospital um einen Teil der Digitalisierungsoffensive der bayerischen Staatsregierung handele. Das Forschungsprojekt an der Universität der Bundeswehr in München läuft seit Oktober 2018 und wird noch bis September 2021 gefördert. „Mit dem Projekt wollen wir konkrete Vorschläge erarbeiten, wie Krankenhäuser der verschiedenen Versorgungsstufen eine optimale interne IT-Infrastruktur aufbauen können. Diesen Maßnahmenkatalog wollen wir dann allen Krankenhäusern als Leitfaden zur Verfügung stellen“, erläutert die Ministerin.

Die Förderung ist jedoch noch weitreichender. Damit die Krankenhausträger notwendige Maßnahmen im Bereich IT-Sicherheit leichter umsetzen können, hat der Freistaat zusätzlich die Förderpauschalen zur Modernisierung der medizinischen und technischen Ausstattung der Krankenhäuser um 50 Millionen Euro jährlich erhöht.

Ausbalancieren von Chancen und Risiken

Huml betont, dass die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung enorme Potenziale für die Krankenhäuser darstellen, die Patientenversorgung und die krankenhausinternen Abläufe zu verbessern. Gleichzeitig steige der Trend zu vernetzten Strukturen und zur Nutzung mobiler Endgeräte, was wiederum neue Risiken und Anforderungen an alle Krankenhäuser stelle, verdeutlicht die Ministerin. „Technische Störungen und Ausfälle, die durch IT-Sicherheitsvorfälle ausgelöst werden, können wichtige medizinische Eingriffe verzögern oder gar zu lebensgefährlichen Situationen für die Patienten führen. Auch können sie hohe Kosten für den Wiederanlauf des Regelbetriebs nach sich ziehen. Bezogen auf den Datenschutz besteht die Gefahr der widerrechtlichen Aneignung hochsensibler Daten über Patienten und Betriebsinterna durch unbefugte Dritte. Deshalb muss die IT-Sicherheit in Krankenhäusern weiter verbessert werden“, appelliert Huml.

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