J. Hoffmann, custo med GmbH; Preisträger M. Greschke, Recare GmbH; Kongresspräsident Prof. C. Sieber, Vorsitzender der DGIM 2017/2018. Foto: DGIM/phototernity.de

Bessere Vernetzung zwischen Klinik und Anschlusspflege ausgezeichnet

Das Berliner Start-up Recare hat den Querdenker-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) gewonnen, die im April in Mannheim tagte. Die Lösung verspricht Krankenhäusern, dringend benötigte Einsparpotenziale zu schaffen.

Mit dem 2016 eingeführten Querdenker-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) würdigt diese „kreative und innovativ denkende Personen, Organisationen oder Firmen, die mit ihren Ideen das Gesundheitswesen zukunftsweisend bereichern und befruchten, insbesondere im Bereich der digitalen Medizin.” Der mit €5.000 dotierte Preis wurde im April anlässlich des 124. Internistenkongresses dem Start-up Recare GmbH verliehen.

Die 2017 gegründete Firma digitalisiert und optimiert das Entlassmanagement der Krankenhäuser, um den Übergang der Patienten von der stationären in die ambulante Versorgung schneller und unkomplizierter durchführen zu können. Durch einen verbesserten Informationsfluss werden die betroffenen Gesundheitsdienstleister wie Krankenhäuser, Pflege- und Rehaeinrichtungen verknüpft und finanziell wie personell entlastet.

In der Laudatio anlässlich der Preisverleihung streicht Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM, hervor: „Durch diese automatisierten Abläufe werden keine neuen Arbeitsressourcen gebunden und die Arbeitskräfte seitens der Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen werden entlastet. Das ist ein hoch relevanter Aspekt in der heutigen medizinischen Versorgung, wo Pflegepersonal und Ärzte oft durch bürokratische Arbeiten wertvolle Zeit mit dem Patienten verlieren.“

Automatische Zuweisung spart Ressourcen und erhöht Transparenz

Mithilfe der Softwareplattform von Recare können Krankenhäuser in Echtzeit automatisch Rehaplätze im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt digital buchen. Dazu bedient sich die Lösung künstlicher Intelligenz. Sie lernt im Laufe der Zeit, welche Kapazitäten und Präferenzen vorliegen und kann so Patienten an die für sie individuell passenden Nachversorger in der nächsten Umgebung vermitteln, lässt die DGIM verlautbaren. Das System versendet bereits im Vorfeld des Entlassungstermins eine Anfrage an die Rehaeinrichtung, die der Patient dann gegebenenfalls annehmen oder ablehnen kann. Neben der zeitlichen Einsparung entsteht durch die direkte Patientenvermittlung an die Nachversorger auch ein höherer Grad an Transparenz. Denn nun können Betrugsfälle, wie sie im Pflegesegment in der Vergangenheit gehäuft durch unseriöse Anbieter vorkamen, verhindert sowie die Qualitätsstandards gewährleistet werden, erklärt die DGIM.

In Zeiten, in denen jährlich circa €500 Millionen in Deutschland von Krankenhäusern für pflegebedingte Verzögerungen bei der Patientenentlassung verschlungen werden, verspricht die Lösung von Recare dringend benötigte Einsparpotenziale realisieren zu können.

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(cwm)

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