Foto: apoQlar GmbH

Medizin der Zukunft gekürt

Digitale Lösungen medizinischer Probleme prämiert: Mixed-Reality für präzisere OPs, schnellere Erst- und Verlaufsdiagnostik neurologischer Krankheiten durch Analyse von Augenbewegungen und Pupillenreaktionen sowie eine App zur Früherkennung von Alzheimer gewannen.

Diesen Mittwoch wurde der Digitale Gesundheitspreis 2019 von der Novartis Pharma GmbH und Sandoz Deutschland/Hexal nun bereits zum zweiten Mal in Folge verliehen. Dr. Stephan Eder, Deutschlandchef von Sandoz und Vorstandssprecher von Hexal betonte anlässlich der Preisverleihung, die am 20. März 2019 in Berlin stattfand: „Wir wollen die digitale Zukunft des Gesundheitswesens mitgestalten. Ich freue mich, dass wir mit diesem Preis dazu einen Beitrag leisten können”.

Digitalisierung liegt im Trend

Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Digitale Gesundheitspreis zog 119 Bewerber aus der gesamten Bundesrepublik an, von denen sieben in die Endauswahl kamen. Die Geschäftsführerin der Novartis Deutschland GmbH und der Novartis Pharma GmbH, Dr. Sidonie Golombowski-Daffner, bewertete die wachsende Teilnehmerzahl im Vergleich zu den 82 Einreichungen im Vorjahr, als ein positives Zeichen: „Das zeigt uns, dass das Thema Digitalisierung weiterhin im Trend liegt“.

Der Preis fokussierte auf Arbeiten aus einem der vier Themenbereiche: künstliche Intelligenz (KI), Big Data, Adhärenz und digitale Versorgungs- und Vernetzungskonzepte. Die Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Feldern des Gesundheitswesens: Krankenhäusern und Universitäten, Start-ups, etablierten Firmen sowie Bildungseinrichtungen.

Die Gewinner sind …

1. Platz: apoQlar GmbH – Mixed-Reality im OP
Der mit 25.000 Euro dotierte erste Preis ging an die apoQlar GmbH aus Hamburg für ihre Virtual Surgery Intelligence (VSI) Lösung. Sie projiziert alle für eine OP notwendigen Informationen in ein virtuelles Bild in die reale Umgebung und macht dadurch Bildschirme im OP obsolet. Die Projektionen basieren auf den Datensätzen zweidimensionaler CT- beziehungsweise MRT-Aufnahmen, die in dreidimensionale anatomische Landkarten transformiert werden. Es ist erforderlich, dass der Operateur eine Mixed-Reality-Brille trägt, um die 3-D-Projektionen im tatsächlichen Raum abzubilden. Das so erzeugte virtuelle Bild schwebt dann förmlich über dem zu operierenden Körperteil des Patienten, während die reale Umgebung weiterhin für den Chirurgen sichtbar bleibt. Das System selbst wird über Sprache und Gestik gesteuert und resultiert in präziseren Operationen und minimiert dadurch die mit einer OP verbundenen Risiken. „Wir haben stark gehofft und Daumen gedrückt, aber im Endeffekt war es doch unerwartet für uns, mit dem Digitalen Gesundheitspreis ausgezeichnet zu werden! Wir fühlen uns unglaublich geehrt, motiviert und bestätigt, dass wir mit unserem Projekt, dem VSI und dem Vorhaben den medizinischen Standard zu revolutionieren, auf dem richtigen Weg sind!“, sagte Nadja Parfenov, Marketing Manager bei apoQlar der 42.News. Und auch Dr. Hans-J. von Lücken, Oberarzt an der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf-, Hals- und plastische Gesichtschirurgie am Hamburger Marienkrankenhaus, der bereits Operationen in der Kieferhöhle mit dem VSI-System durchführt, äußert sich optimistisch: „Ich freue mich sehr für das Entwickler-Team der Firma apoQlar – und sehe in eine schöne mixed-reality-geprägte chirurgische Zukunft“.

2. Platz: mindQ Gmbh & Co KG – neurologische Diagnostik über das Auge
Der mit 15.000 Euro ausgestattete zweite Preis wurde an die Osnabrücker Firma mindQ Gmbh & Co KG für deren Produkt „eyeTrax-Technologie“ verliehen. Dieses Verfahren erlaubt die systematische Analyse der Augenbewegungen und Pupillenreaktionen, die durch gezielte visuelle Reize mittels einer Virtual-Reality-Brille ausgelöst werden. Dadurch erlaubt das System eine schnelle, zuverlässige und ambulant einsetzbare Erst- und Verlaufsdiagnostik neurologischer Erkrankungen wie beispielsweise Schlaganfall, Demenz oder Parkinson.

3. Platz: neotiv GmbH – Früherkennung und Verlaufskontrolle von Gedächtnisproblemen per App
Die neotiv GmbH aus Magdeburg wurde mit dem dritten Preis für die von ihr entwickelte neotiv-App ausgezeichnet. Damit ist ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro verbunden. Die App enthält Tests solcher Gedächtnisfunktionen, die früh von einer Demenz vom Alzheimer-Typ betroffen sind. Die Tests ermöglichen, die Kognition über einen langen Zeitraum zu messen und dadurch Änderungen der Gedächtnisfunktion frühzeitig aufzudecken. Die App, die für Smartphone und Tablet entwickelt wurde, hilft auch dabei, die Wirkung therapeutischer Maßnahmen abschätzen zu können.

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cwm

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