Prof. Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor, Universitäts-Hautklinik Heidelberg, Dr. Titus Brinker, Dr. Irene Rosengarten, Loreal. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Die Haut vergisst nichts!

Dr. Titus Brinker gewinnt für seine im wahrsten Sinne unter die Haut gehende Arbeit, insbesondere junge Menschen mithilfe einer App für das Thema Hauptkrebs zu sensibilisieren, den Young Research Award der La Roche-Posay Foundation.

Die häufigste Krebsart bei jungen Erwachsenen ist der schwarze Hautkrebs, an dem jährlich in Deutschland allein rund 3.500 Menschen sterben. Und die Tendenz ist steigend. Dabei ist die Schädigung der Haut bedingt durch ungenügenden Schutz vor natürlicher oder künstlicher UV-Strahlung in Form von Sonne oder Solarien der größte Risikofaktor für das Entstehen des sogenannten malignen Melanoms. Oft aber ist das Bewusstsein für diese Gefahr gar nicht existent.

Ein junger Arzt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Hauptbetroffenen in einer für diese Zielgruppe ansprechenden Art und Weise für das Hautkrebsrisiko zu sensibilisieren. Dazu entwickelte Dr. Titus Brinker, Universitäts-Hautklinik und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, die "Sunface App". Mithilfe der App können sich insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene ihr persönliches Hautkrebsrisiko vor Augen führen. Zu diesem Zweck brauchen sie lediglich ein „Selfie“ und müssen sowohl ihren Hauttyp als auch eine von drei Verhaltensoptionen - Sonnenschutz, kein Sonnenschutz oder wöchentlicher Solariumsbesuch – auswählen, um anschließend ihrem um fünf oder 25 Jahre gealterten Ich ins Gesicht zu blicken. Dies geschieht in 3D und mit animierten Effekten. Außerdem berechnet die App, wie stark sich, je nach Verhalten, das Hautkrebsrisiko erhöht. Sie erklärt auch, wie man Hautkrebs und seine Vorstufen selbst erkennen kann, und gibt Tipps für den richtigen Sonnenschutz.

Nun erhielt Brinker Ende März für seine Arbeit an der Sunface App den mit €25.000 dotierten Young Research Award der La Roche-Posay Foundation. "Die Haut vergisst nichts. Die Sunface App verdeutlicht das sehr eindrücklich und richtet sich primär an eine Altersgruppe, die man ansonsten mit Präventionsmaßnahmen nur schwer erreicht", wird Professor Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik Heidelberg, in einer Presseerklärung des Uniklinikums Heidelberg zitiert. Seit Januar 2018 leitet Brinker, der bereits mehrere Gesundheitsapps entwickelt hat, die Entwicklung von Apps am NCT und absolviert parallel dazu seine Facharztweiterbildung an der Universitäts-Hautklinik.

Die Effektivität der App, Jugendliche und Erwachsene für Hautschutz und Hautkrebsprävention zu sensibilisieren und auf ihr diesbezügliches Verhalten einzuwirken, soll nun in mehreren groß angelegten, internationalen Studien unter Heidelberger Federführung überprüft werden. Eine erste Studie mit insgesamt 205 Schülerinnen und Schülern im Alter von 13 bis 19 Jahren in Essen zeigte bereits, dass die App Schüler motiviert, sich besser vor UV-Strahlung zu schützen und das Solarium zu meiden.

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cwm

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