Bitkom Studie belegt: Deutsche befürworten E-Health

Neu veröffentlichte Umfrage zeigt eine mehrheitlich positive Perspektive der Deutschen auf ePA, E-Rezept & Co.

By
Anna
Engberg

46 Prozent der Deutschen sind der Überzeugung, dass die medizinische Versorgung der Zukunft zumindest in Teilen digital sein wird – primär aus Kostengründen, aber auch hinsichtlich der Mehrwerte für die Patienten. Das belegt nun eine im Mai von Bitkom-Präsident Achim Berg veröffentlichte Studie.

Für die repräsentative Umfrage befragte Bitkom Research im Auftrag des Bitkom Digitalverbands je nach Fragestellung bis zu 1.005 Deutsche ab 16 Jahren. Untersucht wurde die Rolle von E-Health und digitaler Gesundheitsversorgung für die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens.

Zwei Drittel aller Deutschen wollen ePA und E-Rezept nutzen

Den Studienergebnissen der Bitkom-Studie zufolge möchten zwei von drei Deutschen die elektronische Patientenakte (65 Prozent) sowie auch das E-Rezept (63 Prozent) nutzen, sobald diese verfügbar sind. Knapp die Hälfte sieht zudem die Digitalisierung der Gesundheitslandschaft mit den damit verbunden Online- und Zusatzservices als eine notwendige Entwicklung an.

Mit Blick auf die elektronische Patientenakte war die positive Resonanz erwartungsgemäß bei der technikaffinen Generation der unter 29-Jährigen mit 74 Prozent am höchsten, aber auch die 30- bis 49-Jährigen zeigten mit 70 Prozent mehrheitliche Zustimmung. Bei der Generation 65+ konnte die ePA immerhin einen Zustimmungswert von 60 Prozent erreichen.

Nachgefragt: ePA-Funktionen wie digitaler Impfpass und e-Medikation

Besonders nachgefragte Funktionen innerhalb der ePA waren der digitale Impfpass (98 Prozent) und Medikationsplan mit Wechselwirkungskontrolle (91 Prozent) sowie Einsicht in Diagnosen (91 Prozent) und Behandlungshistorie (87 Prozent).

Als Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz der ePA sehen die meisten Deutschen die Anforderung an, dass die Datenhoheit beim Patienten verbleibt (61 Prozent), Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet sind (59 Prozent) und Informationen strukturiert dargestellt werden (45 Prozent).

E-Rezept im Fokus: 30 Prozent sagen uneingeschränkt „ja“

63 Prozent der Deutschen haben der Bitkom-Studie zufolge eine mittelstark bis stark ausgeprägt positive Einstellung zum elektronischen Rezept: 30 Prozent begrüßen die neue Technologie uneingeschränkt. Vor allem hofft man, dass die Rezepteinlösung hierdurch einfacher wird (61 Prozent), Rezepte nicht mehr verloren gehen und administrative Kosten sinken. Dennoch sind 71 Prozent der Deutschen hinsichtlich der Datensicherheit besorgt.

Gesundheits-Apps im Fokus

Ins Blickfeld gerückt wurden außerdem Gesundheits-Apps: mit 65 Prozent finden Apps aus dem Gesundheitssektor bereits vielfach Verwendung bei den Deutschen. Gesundheitsorientierte Info-, Tracking- und Workout-Apps stehen dabei ganz oben auf der Skala.

Ein Viertel der Deutschen benutzt beispielsweise Fitness-, Gewichts- und Ernährungs-Apps. Vitaldaten und Schritte werden ebenfalls von jedem vierten Deutschen via App erfasst. Knapp jeder Fünfte hat bereits schon einmal mit Workout-Apps gearbeitet, belegte die Studie.

Prävention und Krankheitsfall: Fallbeispiel Diabetes

Außerdem untersuchte Bitkom die Einstellungen gegenüber digitalen Lösungen am Beispiel von Diabetes: genau die Hälfte der Befragten gab an, als Risikopatient digitale Services zur Prävention nutzen zu wollen und 68 Prozent stimmten im angenommenen Krankheitsfall sogar einem digitalen Sensor-Implantat zur Blutzuckerwert-Bestimmung zwecks besserem Krankheits-Management hypothetisch zu.

Zahlungsbereitschaft bei E-Health-Services

Trotz der mehrheitlichen Zustimmung zu ePA, E-Rezept und anderen E-Health-Diensten ist die Zahlungswilligkeit der Deutschen der Abfrage nach nicht überragend hoch: Nur knapp jeder Vierte würde für eine ärztliche Beratung via App zahlen. Ein jährliches Abbonnement zum Festpreis für jederzeitigen ärztlichen Rat würde nur knapp jeder Fünfte abschließen.

Gesundheitsdienstleistungen aus dem Ausland wurden mit Blick auf mögliche Kosteneinsparungen von durchschnittlich 40 Prozent der Befragten in Betracht gezogen. Ein knappes Viertel fand weiterhin Online-Services aus dem Ausland aus finanziellen Gründen interessant.

Eine gemeinsame Lösung

Ab Juli gibt es eine persönliche Gesundheitsakte per App für 25 Millionen Versicherte

Genant und doch erkannt!

Digitale Konsultation des „Intimarzts“

Herr Spahn, wie steht es mit der Gesundheitskarte?

Gesundheitsdaten an Bürgerportal binden