Förderung digitaler Gesundheitsanwendungen in Baden-Württemberg

Wie steht es um die Umsetzung der Digitalstrategie des Landes Baden-Württembergs im Gesundheitsbereich? 42.News skizziert die im jüngsten Digitalisierungsbericht vorgestellten Pilotprojekte im Gesundheitswesen vor.

Im Sommer 2017 hat die baden-württembergische Landesregierung die ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie „digital@bw“ ins Leben gerufen, um „eine umfassende Antwort auf die zentrale Herausforderung unserer Zeit“ zu geben, heißt es in dem jüngst erschienenen Digitalisierungsbericht  der Landesregierung.

Neue Möglichkeiten in Krankenversorgung und Pflege

Eines der Schwerpunktthemen der Digitalisierungsstrategie ist es, „die bestmögliche Versorgung für uns und unsere Angehörigen“ mit Hinblick auf die medizinische Versorgung und Pflege zu ermöglichen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bündelt die Landesregierung ihre Bemühungen, die Krankenversorgung, Pflege, Diagnose- sowie Therapieoptionen mithilfe des Einsatzes digitaler Instrumente auf den folgenden vier Gebieten zu verbessern:

  1. ambulante und stationäre Versorgung
  2. sektorenübergreifende Versorgung
  3. Pflege
  4. personalisierte Medizin.

Dabei kommt diesem Vorhaben auch die schon 2016 von der baden-württembergischen Landesärztekammer vorangetriebene Lockerung des Fernbehandlungsverbotes zugute. Zu den zentralen Projekten, die bereits eingeleitet wurden, gehören 14 Vorhaben, die das Ministerium für Soziales und Integration im Rahmen eines Förderaufrufs identifiziert hat und seit November 2017 mit insgesamt rund 4 Mio. Euro fördert, so der Bericht.

Ausgewählte Projekte im Visier

Im Bereich der ambulanten und stationären Versorgung nennt der Bericht die nachfolgenden Pilotprojekte:

DocDirekt für „eine schnelle und unkomplizierte telemedizinische Fernberatung und Fernbehandlung“;

TelePracMan, hier „werden Patienten mit mehreren chronischen Erkrankungen mit einer App unterstützt, die beispielsweise Symptome in einem digitalen Tagebuch aufzeichnet und Vitalwerte protokolliert“. Man erhofft sich damit, insbesondere Potenziale in ländlichen Gebieten zu eröffnen.

Internetbasierte Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen, um eine internetbasierte kognitive Verhaltenstherapie zu entwickeln, die eine ortsunabhängige Therapie ermöglicht;

Beckenboden-Trainings-App, „um Inkontinenz mit digitalen und personalisierten Methoden besser zu behandeln und damit Einweisungen in Alters- und Pflegeheime zu verhindern“;

Digitalisierte Bildverarbeitung beim akuten Schlaganfall, erlaubt es, in einem überregionalen Klinikverbund mittels einer Software Bilder vor Ort bei Patientinnen und Patienten zu erstellen und an die zuständige Klinik für Neuroradiologie zu senden.

Zur Verbesserung der sektorübergreifenden Versorgung laufen die folgenden Piloten:

Webbasierte Plattform für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, zur Erprobung der Planung von medizinischen Versorgungsangeboten in den Landkreisen Ravensburg und Bodensee;

Teleintensivmedizin-Plattform, vernetzt Gesundheitsdienstleister, um „die intensivmedizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Krankheitsbildern flächendeckend zu sichern“;

Kinderland BW – Digitalisierte Sprechstunde für Kinder und Jugendliche mit Diabetes; Erprobung einer digitalen Sprechstunde für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus und deren behandelnden Ärzten.

Eine Fortentwicklung in der Pflege soll erreicht werden durch:

Ich für mich – für Dich zur Entlastung pflegender Angehöriger, dient dem Aufbau eines Beratungsangebots für pflegende Angehörige, u. a. mittels Videokonsultation;

VITAAL, erprobt telemedizinisch unterstützte Rehabilitation und Pflege in Wohnungen von unterstützungsbedürftigen Personen;

NeCTra, zur Verbesserung der Versorgungssicherheit unterstützungsbedürftiger Personen, um ihnen beim selbstständigen Leben zu Hause zu helfen.

Maßnahmen im Bereich der personalisierten Medizin umfassen:

PM-Portal, fokussiert auf Diagnose und Behandlung krebskranker Menschen. Behandelnde Ärzte werden standortübergreifend vernetzt und die Informationsaufbereitung harmonisiert.

bwHealthApp, „soll der „Privatisierung“ von Gesundheitsdaten, die aus tragbaren Gesundheits-Apps („wearables“) ausgelesen werden, entgegenwirken.“ Besonders innovativ an diesem Projekt sei, betont der Bericht, dass die Patienten die Datenfreigabe selbst steuern und die Informationen zum Therapieverlauf von ähnlich gelagerten Fällen direkt abrufen können.

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cwm

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