Bessere Palliativversorgung durch Monitoring?

Bisher wurden die Bedürfnisse von Palliativpatienten und deren Angehörigen nicht systematisch erfasst. Dies ist aber nötig, um die Qualität der Versorgung und des Ressourceneinsatzes zu evaluieren. Ein Monitoring Projekt will das ändern.

Die Palliativmedizin, eine vergleichsweise junge Disziplin der Medizin, befasst sich mit der medizinischen Betreuung unheilbar Kranker und Sterbender. Sie will die Lebensqualität von Patienten und deren Familien verbessern. Die Begründerin der palliativmedizinischen Bewegung, die britische Ärztin und Krankenschwester, Dame Cicely Saunders (1918-2005) wollte die einem Schwerstkranken verbleibenden Tage mit mehr Leben füllen, statt zu versuchen, das Leben zu verlängern.

Dieses Ziel verfolgt die Palliativversorgung. Unter ihr versteht man die berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit eines interdisziplinären Palliativteams – darunter fallen die Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten palliativen Versorgung (SAPV), inklusive Ärzten – die Schwerstkranke und Sterbende vor allem in deren zu Hause versorgen.

Projekt Palli-Monitor

Bislang werden die Bedürfnisse der Palliativpatienten und ihrer Angehörigen noch nicht systematisch erfasst. Dies will nun das Projekt Palli-Monitor ändern: Es möchte Patienten und SAPV-Teams durch regelmäßige Erfassung von Symptomen und Problemen mittels eines standardisierten Fragebogens mit dem Ziel einer verbesserten Therapieplanung unterstützen. Die erhobenen Informationen werden dann über die internetbasierte eHealth Plattform Cancado, die eine intersektorale Therapiebegleitung leistet, per Smartphone, Tablet oder PC direkt von den Patienten an die betreuenden Ärzte sowie die SAPV-Teams übermittelt. Dabei wurde die Plattform, betont die Pressemitteilung, besonders an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst und stellt durch ihre Flexibilität in der Anwendung ein System dar, welches sich durch geringen Zeitaufwand bei der Nutzung und dennoch eine hohe Datenqualität auszeichne. Gleichzeitig sollen im Rahmen dieses Projektes Behandlungsempfehlungen für die involvierten SAPV-Teams entwickelt werden. Das vom Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses über drei Jahre mit 1,1 Mio Euro geförderte Projekt wird von SAPV-Teams in München, im Landkreis München, in Mühldorf und Traunstein durchgeführt.

Messbare Verbesserung?

Das Projekt will herausfinden, ob das internetbasierte Monitoring von Palliativbedürfnissen in Echtzeit eine machbare und akzeptable Option zur Verbesserung der Versorgungsqualität und Ressourcennutzung in der SAPV darstellt. Zu diesem Zweck sollen im ersten Teil des Projekts Patienten und Mitarbeitern von SAPV-Teams zu ihrer Nutzung von modernen Kommunikationsmitteln in der Patientenversorgung befragt werden. Diese Interviews bilden dann die Basis für die Erarbeitung gemeinsamer Handlungsempfehlungen. In einem zweiten Teil soll dann der Gebrauch der eHealth Plattform und des Fragebogens durch Patienten getestet und evaluiert werden.

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cwm

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