Bessere onkologische Behandlung bundesweit

Wie steht es mit dem Aufbau der Krebsregister in Deutschland?

“Klinische Krebsregister sind fachlich unabhängige Einrichtungen, die alle wichtigen Daten im Laufe einer Krebserkrankung erfassen und anschließend die Ergebnisse an die Behandlungseinrichtungen rückmelden“. Sie enthalten Informationen von der anfänglichen Diagnose über die einzelnen Behandlungsschritte hinweg bis zu Rückfällen sowie dem Tod der Betroffenen. Dadurch wird erkenntlich, ob medizinische Leitlinien bei der Behandlung beachtet wurden, beziehungsweise, inwiefern Unterschiede in der Behandlungsqualität bestehen. Durch die turnusmäßige Rückmeldung der Auswertungsergebnisse an die behandelnden Ärzte und Kliniken will man die Krebsbehandlung insgesamt verbessern.

Die gesetzliche Grundlage für Krebsregister

In Deutschland ist das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG) zum 9. April 2013 in Kraft getreten. Es schafft die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für die Errichtung und den Betrieb flächendeckender klinischer Krebsregister. Der GKV-Spitzenverband ist durch § 65c Absatz 10 SGB V in die Pflicht genommen, ab dem Jahr 2018 in fünfjährigen Abständen einen Bericht über den bundesweiten Stand des Ausbaus der klinischen Krebsregistrierung vorzulegen. 

Um dieser Verpflichtung erstmalig in diesem Jahr nachzukommen, hat der GKV-Spitzenverband die Prognos AG mit einer Studie beauftragt, die im November vorgelegt wurde. Sie wertete die Ergebnisse, der zum 31. Dezember 2017 durchgeführten Überprüfung der Förderkriterien aus, die in den Erfüllungsberichten der Landesverbände der Krankenkassen und der Ersatzkassen niedergelegt sind.

Aufbau schreitet voran, aber nicht im vorgesehenen Zeitrahmen

Der von der Prognos AG vorgelegte Bericht zeigt auf, dass die Mehrzahl derklinischen Krebsregister ihre Strukturen mit großem Fortschritt aufgebaut haben. Im Vergleich zu 2016 seien nun in fast allen Bundesländern die Grundstrukturen der Register vorhanden, heißt es in einer Pressemitteilung des GKV-Spitzenverbandes.

Aber in einem nächsten Schritt müssen auch alle erforderlichen 43 Förderkriterien erfüllt werden. Denn am Stichtag der Untersuchung – dem Ende der eigentlichen Aufbauphase – am 31. Dezember 2017, wurden diese von keinem der klinischen Register erfüllt. Dies ist jedoch die Voraussetzung zur Finanzierung der Arbeit der klinischen Krebsregister durch die gesetzlichen Krankenkassen. Selbst am Ende der vom Gesetzgeber zusätzlich eingeräumten Nachbesserungsfrist am 31. Dezember 2018, werden wahrscheinlich nur fünf der insgesamt 18 klinischen Krebsregister vollständig aufgebaut sein (Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz).

„Auch wenn das eigentliche Ziel – arbeitsfähige Register in allen Bundesländern – leider noch fern ist, stimmt jetzt die Richtung“, betont Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes und ergänzt: „Die vorhandenen Lücken für den Routinebetrieb müssen die Register nun engagiert, schnell und konsequent schließen.“ Sie begrüßt die vom Kabinett geplante Ausweitung der Nachbesserungsfrist bis Ende 2019 als „notwendig und richtig“. Sie dürfe aber nicht dazu führen, dass die Register ihre Aktivitäten zurückführen. „Es gibt nach wie vor viel zu tun, bis arbeitsfähige klinische Krebsregister die Versorgung von Krebskranken tatsächlich spürbar qualitativ verbessern können,“ gibt Pfeiffer zu bedenken.

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cwm

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