Berlin setzt auf Transparenz und Vernetzung

Was tun, wenn die Vielfalt interkultureller psychosozialer Angebote so unübersichtlich ist, dass sie nicht ausgeschöpft werden kann?

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Cornelia
Wels-Maug

Berlin hat bereits ein breit gefächertes psychosoziales Einrichtungsnetz. Es verfügt über zahlreiche Ressourcen, die auch unterschiedlichste Sprachkompetenzen berücksichtigen. Aber für Hilfesuchende ist es schwer, aus dieser Vielfalt an Angeboten, das für sie passendsten zu finden. Und auch die Hilfegebenden sehen sich zunehmend vor der Schwierigkeit, nicht adäquat für ihre vielfältigen Aufgaben gerüstet zu sein.

Unterstützung für Hilfsbedürftige und Helfende    

Dieser unbefriedigenden Sachlage hat sich nun die Charité Universitätsmedizin Berlin gemeinsam mit dem Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) im Rahmen des Pilotprojekts TransVer angenommen1. TransVer, das dieser Tage seine Arbeit aufgenommen hat, unterstützt Menschen, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten oder migriert sind, durch Beratung und Vermittlung in geeignete Angebote der psychosozialen Regelversorgung. „Häufig bleiben diese [Angebote] aber ungenutzt, da sie nicht transparent sind. Hier Vernetzung zu leisten, sehen wir als wichtige Aufgabe für die Zukunft“, erläutert Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité und Leiter der Abteilung Migration und Gesundheit, BIM. Gleichzeitig bietet TransVer den in diesem Versorgungsbereich beschäftigten Mitarbeitern Beratung und Stärkung durch Fortbildung an.

Mehr Transparenz durch Vernetzung

TransVer, das sogenannte psychosoziale Ressourcennetzwerk zur interkulturellen Öffnung, hat es sich zum Ziel gesetzt, Angebote auffindbar zu machen, indem Ressourcen mittels einer Datenbank ausgeschöpft werden können. Außerdem soll ein Mix aus Supervisionen, Einzelfallberatungen, Aus- und Weiterbildungsangeboten die psychosozial Tätigen unterstützen.

Das Pilotprojekt wird nun über einen Zeitraum von drei Jahren mit einer Million Euro durch die Lotto Stiftung Berlin unterstützt. Erweist es sich als erfolgreich, soll es im Anschluss durch Förderung des Senats weitergeführt werden. TransVer, so betont die Pressemitteilung, sei "explizit kein weiteres Extraprojekt für Menschen mit Migrationsgeschichte, sondern es unterstützt die Teilhabe dieser Zielgruppe an der bereits langjährig bestehenden psychosozialen Regelversorgung.“

1Start für Netzwerk zur interkulturellen Öffnung psychosozialer Angebote – zuletzt betrachtet am 31.08.2017

Cornelia Wels-Maug

erforscht seit 21 Jahren den Einsatz von IT in diversen Industriesektoren und hat sich vor fast zehn Jahren auf den Gesundheitsmarkt spezialisiert. Sie verfasst Artikel, Fallstudien und Weißbücher über den weltweiten Markt für IT im Gesundheitswesen undhält Vorträge und Webinare. Gleichzeitig ist sie auch als Analystin für den internationalen Gesundheitsmarkt bei einer englischen Firma tätig.

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