Mehr Wahl für den Bürger in puncto Gesundheitsdaten

Bundesgesundheitsminister Spahn will den Bürger nicht länger entmündigen. Er soll Herr seiner Daten sein, einen benutzerfreundlichen Zugang zu diesen erhalten und auch bestimmen, was in der e-Patientenakte gespeichert werden soll.

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cwm

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt klar auf Benutzerfreundlichkeit und auf die Mündigkeit der Bürger. Erst letzte Woche betonte er in einem Interview, das er mit dem ARD-Mittagsmagazin zu dem Thema Elektronische Patientenakte führte: “Was ich glaube, was wir besser machen müssen ist, wie kommt das beim Bürger, beim Patienten an?“ Damit stellte er sich gegen wiederholt aufkeimende Gerüchte, dass er gegen die Einführung der elektronischen Gesundheitsakte sei. Er will sie sicherlich nicht in der vor vielen Jahren konzipierten Version verwirklichen, aber spricht sich deutlich für eine zeitgemäßere Variante aus.

Spahn möchte, dass Bürger ihre Patientendaten „ganz normal in einer elektronischen App einsehen können, so wie sie auch ihr Bankkonto einsehen können.“ Er will, dass die Patientendaten nicht nur per Karte und Konnektor verfügbar sind, sondern Alternativen dazu schaffen: „Mir geht es um Wahlmöglichkeiten,“ unterstrich der Minister. „Ich möchte, dass wir z. B. für die Bürger auch noch einmal andere Angebote möglich machen“, und er fügte hinzu, dass er den Zugang zu Patientendaten via Smartphone als eine gute Ergänzung fände, die auch den Sicherheitsanforderungen standhielte, die wir als Privatkunden beim Abruf unserer Bankkonten mithilfe von Apps schon lange in Anspruch nehmen. „Ich möchte einfach, dass wir es benutzerfreundlich machen“, brachte es der Bundesgesundheitsminister auf den Punkt.

Er räumte auch ein, dass höhere Sicherheitsstandards beim Umgang mit Patientendaten für Arztpraxen gelten, da diese mit wesentlich größeren Datenmengen umgingen. Spahn formulierte das so: „In einer Arztpraxis sind viel, viel mehr Patientendaten, die brauchen im Zweifel einen höheren Standard, als wenn ein Bürger für sich entscheidet.“ Und in diesem Zusammenhang verwies er auch auf die Notwendigkeit, dass die dem Datenaustausch zugrunde liegende Infrastruktur sicher sein muss: „Wir brauchen die Telematik Infrastruktur. Dieses sichere Netz brauchen wir definitiv, denn es geht ja um sensible Daten, die sollen ja auch sicher transportiert werden können.“

Ultimativ sei es das entscheidende Ziel, „dass der Patient Herr der Daten ist. Der Patient entscheidet auch, wer was sehen können soll und was überhaupt in der elektronischen Patientenakte gespeichert werden soll. Mein Eindruck ist, viele Patienten merken, dies macht das Leben leichter.“

cwm

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