Der „Supercomputer“ des KIT verarbeitet schnell gewaltige Datenmengen wie sie jetzt auch für die Medizinforschung genutzt werden sollen. Foto: Markus Breig, KIT

Helmholtz Information & Data Science School for Health gegründet

Das Karlsruher Institut für Technologie, das Deutsches Krebsforschungszentrum und die Universität Heidelberg werden gemeinsam junge Forscherinnen ausbilden, die an der Schnittstelle von Gesundheitsforschung, Lebens- und Datenwissenschaften arbeiten.

Die moderne Wissenschaft ist ohne die Analyse großer Datenmengen kaum noch denkbar. Neue Entwicklungen auf dem Gebiet der digitalen Informationsverarbeitung und Analyse komplexer Daten eröffnen zahlreiche Möglichkeiten für die datenbasierte Forschung. "Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist die digitale Transformation von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft", sagt der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Otmar D. Wiestler. In nahezu allen Bereichen des Lebens eröffne sie ungeahnte Möglichkeiten, beispielsweise innovative Formen von Arbeit und Zusammenleben, neuartige Plattformen für Handel und Austausch sowie einmalige Chancen in allen wissenschaftlichen Disziplinen, erläutert Wiestler.

Damit Deutschland diese Entwicklung mitgestalten und daran partizipieren könne, seien ambitionierte und mutige Schritte nötig, heißt es weiter in der Pressemitteilung. „Die Helmholtz-Gemeinschaft verfügt über hohe Expertise im Feld der Informationstechnologien sowie der Informationsverarbeitung und erzeugt in allen Forschungsbereichen enorme Mengen an Big Data. Sie hat sich deshalb entschlossen, die Digitalisierung der Forschung beherzt voranzutreiben", so Wiestler weiter. Dazu hat die Helmholtz-Gemeinschaft vier neuartige Plattformen zur Digitalisierung der Forschung geschaffen, die gemeinsam das neue Helmholtz Information & Data Science Framework bilden.

Auf Gesundheitsdaten basierende Forschung

In diese neuen Plattformen investiert die Helmholtz-Gemeinschaft künftig pro Jahr 35 Millionen Euro. Sie sind jeweils an einem oder mehreren Helmholtz-Zentren verortet und schaffen ein aktives Netzwerk mit Forschern anderer Forschungseinrichtungen und Universitäten, wozu spezifische Förderlinien eingerichtet werden.

Eine der vier Plattformen ist die Helmholtz Information & Data Science Academy (HIDA), die sich der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in neu konzipierten Graduiertenschulen im Rahmen eines nationalen Konsortiums annimmt. Eine dieser neu gegründeten Graduiertenschulen ist die Helmholtz Information & Data Science School for Health (HIDSS4Health). Ihr Ziel ist es, Nachwuchswissenschaftlern in einem gemeinsamen Promotionsprogramm die Fähigkeiten zu vermitteln, basierend auf der Auswertung riesiger Datenmengen, neue Methoden für Diagnose und Therapie zu entwickeln. Hinter dieser Ausbildung stehen drei Einrichtungen: das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Universität Heidelberg.

Professor Ralf Mikut vom Institut für Automation und angewandte Informatik am KIT, der dort das Promotionsprogramm koordiniert, erläutert, dass im Zuge der digitalen Transformation maschinelle Lernverfahren und andere datengetriebene Methoden bei der Interpretation von Bildern aus der Computertomographie oder Kernspintomographie den Nachwuchswissenschaftlern helfen könnten. „Um solche Aufnahmen auszuwerten, braucht ein Arzt sehr viel Erfahrung“, sagt Mikut, und fährt fort: „Hier könnten entsprechende Algorithmen Vorarbeiten leisten, indem sie etwa die Aufmerksamkeit des Mediziners auf bestimmte Regionen lenken.“ Auch bei der personalisierten Strahlentherapie gibt es Einsatzmöglichkeiten für Methoden und Technologien aus den Datenwissenschaften.

Zukünftig sollen insgesamt Stellen für 35 bis 40 Promovierende geschaffen werden, die gruppenübergreifend an den drei Standorten in Heidelberg und Karlsruhe arbeiten. „Das Angebot richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber mit datenwissenschaftlichem Hintergrund, die Interesse an medizinischen Themen haben“, sagt Mikut. Im Ganzen stehen zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Über drei Millionen Euro investiert das KIT; das DKFZ und die Universität Heidelberg setzen zusammen noch einmal in etwa die gleiche Summe ein und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren steuert knapp sechs Millionen Euro bei.

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cwm

 

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