Der Onlinesprechstunde folgt das e-Rezept im Ländle

Baden-Württemberg als Vorreiter: Nachdem schon die Onlinesprechstunde dort ihre bundesweite Prämiere hatte, folgt nun das elektronische Rezept. Ärzte werden nun bald im Rahmen eines Fernbehandlungsprojektes ein E-Rezept ausstellen können.

Das Ländle fördert im Rahmen des telemedizinischen Modellprojekts der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs, „docdirekt“ (wir berichteten), die Umsetzung der elektronischen Verordnung mit einer Million Euro. Das Fördergeld stammt aus den Mitteln der Digitalisierungsstrategie des Landes digital@bw (wir berichteten) und wurde von der Landesapothekerkammer sowie dem Landesapothekerverband Baden-Württembergs beantragt.

Damit wird bundesweit erstmalig das elektronische Rezept (e-Rezept) für gesetzlich Versicherte im Rahmen des Projektes „GERDA – Geschützter E-Rezept Dienst der Apotheken“ in den Modellregionen Stadtkreis Stuttgart und Landkreis Tuttlingen erprobt. Sozial- und Integrationsminister Manfred „Manne“ Lucha kommentiert: „Baden-Württemberg geht auch hier – wie bereits bei der Online-Sprechstunde und der sektorenübergreifenden Versorgung – deutschlandweit voran und zeigt auch dem Bund neue Wege auf“, heißt es in der Pressemitteilung der Landesregierung.

E-Rezept als nächster logischer Schritt

„Nach der Genehmigung von telemedizinischen Modellprojekten zur ärztlichen Fernbehandlung in Baden-Württemberg durch die Landesärztekammer Baden-Württemberg ist die Erprobung eines elektronischen Rezepts die nächste logische Stufe“, folgert Lucha. „Wenn eine ärztliche Behandlung zukünftig online möglich ist, muss auch ein elektronisches Rezept ausgestellt werden können. Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit der Landesapothekerkammer und dem Landesapothekerverband das E-Rezept für gesetzlich Versicherte modellhaft umzusetzen,“ führt er weiter aus.

Wie GERDA funktioniert

GERDA, so die Pressemitteilung, baut auf den bestehenden Strukturen im Ärzte- und Apothekenbereich auf und ermöglicht erstmalig die flächendeckende Anwendung eines e-Rezepts. Im Rahmen des Piloten docdirekt werden Mediziner künftig in der Lage sein, per E-Rezept zu verordnen. „Das elektronische Rezept wird die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Arznei- und Hilfsmitteln und damit auch die Arbeit der Apotheken in unserem Land epochal verändern. Bei der Entwicklung und Umsetzung sind deshalb Augenmaß, viel Erfahrung und Detailkenntnis gefragt“, verlautbart Fritz Becker, Präsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg e.V.

„Ziel der Projektpartner ist es, dass die Patientin oder der Patient alleiniger Herr seiner hochsensiblen Gesundheitsdaten ist und die freie Arzt- und Apothekenwahl erhalten bleibt. Hierfür ist die Landesapothekerkammer als Körperschaft des öffentlichen Rechts unter Aufsicht des Sozialministeriums der Garant“, erklärt Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Zur Umsetzung werden Landesapothekerkammer und Landesapothekerverband einen „Fachdienst Rezeptspeicher“ mit definierten Schnittstellen einrichten. Dies ist erforderlich, damit die Ärzte ein verschlüsseltes Rezept auf dem Rezeptspeicher ablegen können. „Die Patientin oder der Patient kann frei entscheiden, in welcher Apotheke sie oder er das Rezept einlösen will“, verweist Hanke.

Umsetzung auf Bundesebene angedacht

Die Netzgesellschaft Deutscher Apotheken mbH (NGDA) wird mit der Umsetzung des e-Rezepts beauftragt. Die Apotheken in Deutschland legitimieren sich derzeit bei der NGDA, um dann ab dem 9. Februar 2019 am securpharm System teilnehmen zu können. Das bedeutet, dass bis dahin alle Apotheken in Deutschland über eine digitale Identität verfügen werden. Diese ist erforderlich, damit sich Apotheken am Rezeptspeicher legitimieren und nach der Beauftragung durch den Kunden das Rezept beziehen können.

Sollte sich die an das Projekt gehefteten Erwartungen erfüllen, könnte die Lösung später bundesweit übernommen werden.

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cwm

 

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