Internationaler Tag der Patientensicherheit ruft zur Digitalisierung auf

Gesundheitssysteme tragen nicht immer nur zur Gesundung der ihnen Anvertrauten bei, in einigen Fällen verursachen sie vermeidbares Leid. Der Internationale Tag der Patientensicherheit will das Bewusstsein dafür stärken, wie Vermeidungsstrategien aussehen können.

Laut Schätzungen der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) zufolge, werden 15 Prozent der Gesundheitsausgaben in Deutschland durch vermeidbare Patientenschäden verursacht – Grund genug also für einen Tag der Patientensicherheit. Der heutige „Internationale Tag der Patientensicherheit“ (ITPS) steht in diesem Jahr im Zeichen der Digitalisierung. Sein Anliegen ist es, weltweit alle Gesundheitseinrichtungen dazu zu animieren, sich mit den Chancen der Digitalisierung im Hinblick auf eine Verbesserung der Patientensicherheit zu beschäftigen.

Vielzahl von Digitalisierungsbeispielen

Es gibt heute schon eine breite Palette an Anwendungsbeispielen, die demonstrieren, wie die Digitalisierung zur Erhöhung der Patientensicherheit eingesetzt werden kann. Hierzu werden heute in vielen Städten in Deutschland sowie im Ausland Veranstaltungen angeboten – nähere Informationen kann man auf der Webseite des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) finden. Dort gibt es auch eine Landkarte mit einem Überblick über die geografische Verbreitung einiger dieser Projekte, die jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner betont, dass digitale Anwendungen den Informationsfluss erhöhen, die Kommunikation verbesserten und helfen, Missverständnisse zwischen Haus- und Fachärzten, ambulantem und stationärem Sektor sowie den Apotheken zu vermeiden. Sie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es nun an der Zeit ist, dass der elektronische Medikationsplan und die Patientenakte zügig kommen müssen, um Fehlerquellen auszutrocknen.

Gütesiegel für Gesundheitsapps

Auch die Bundesärztekammer nimmt den ITPS zum Anlass, sich für eine gesteigerte Patientensicherheit durch eine Überprüfung der immer beliebter werdenden Gesundheitsapps einzusetzen: „In der digitalen Welt müssen wir Patientensicherheit neu denken. Einfache Gesundheitsapps können eine gesunde Lebensführung unterstützen, aber auch großen Schaden anrichten. Daher brauchen wir ein bundeseinheitliches Gütesiegel für digitale Gesundheitsanwendungen," fordert Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. Er schlägt auch die Einführung standardisierter Verfahren zur Bewertung digitaler Anwendungen im Hinblick auf Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und medizinische Qualität vor. „Wenn diese Bewertungen dann in einer Positivliste verständlich und transparent aufbereitet werden, sind wir beim Schutz der Patienten einen großen Schritt weiter", erhofft sich Montgomery. Auch hält er es für durchaus möglich, eine Testregion einzurichten, in der Entwickler ihre Produkte erproben könnten. Montgomery lädt zu einer ausgewogenen Herangehensweise an die Digitalisierung ein: „Die Erwartungen sind riesig. Aber die schöne, neue, digitale Gesundheitswelt ist kein Selbstläufer."

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cwm

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