Verbraucher sehen Nutzen der elektronischen Gesundheitsakte

Verbraucher sehen die E-Patientenakte als eine Chance auf eine verbesserte Diagnose und Therapie. Gleichzeitig gewinnt der besser informierte Patient auch an Selbstbewusstsein gegenüber dem Arzt, dessen Empfehlungen mehr zu hinterfragen.

Laut der vor kurzem vorgestellten Ergebnisse der Onlinebefragung "Patienten-Radar" sehen 70 Prozent der Bundesbürger einen Nutzen in der elektronischen Gesundheitsakte (E-Akte). So lautet eines der Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage, die im Auftrag des MedTech Unternehmens vitabook durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen 2.000 Bundesbürger an der Onlinebefragung teil.

Es stellte sich heraus, dass Studienteilnehmer, die der E-Akte einen Nutzen attestierten, diese gleich für verschiedene Zwecke verwenden würden. Sie würden die E-Akte folgendermaßen nutzen:

  • Als zentralen Aufbewahrungsort für medizinische Daten (87 Prozent).
  • Um sich genauer über den eignen Gesundheitszustand zu informieren (82 Prozent).
  • Um Angaben von Ärzten und anderen Leistungserbringern zu kontrollieren (80 Prozent).
  • Um elektronische Rezepte zu erhalten und an eine Apotheke weiterleiten zu können (75 Prozent).
  • Zur elektronischen Terminvereinbarung mit Ärzten (75 Prozent)
  • Um in der E-Akte zusätzlich eigene medizinische Informationen, wie Fitnessdaten oder Patiententagebücher, abzulegen (69 Prozent).

Patient hat an Selbstbewusstsein gewonnen

Dabei belegt die Studie auch einen Wandel im traditionellen hierarchischen Patienten-Arzt-Verhältnisses: 61 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie sich auf Augenhöhe mit ihren Ärzten fühlen und wollen medizinische Befunde und Empfehlungen mit diesen diskutieren. Dafür ist es entscheidend, dass Patienten den Wert unabhängiger Informationen entdeckt haben. Sechsundvierzig Prozent der Studienteilnehmer geben an, Dr. Google zu einer Zweitmeinung heranzuziehen und auf diese Weise die Empfehlungen des Arztes zu überprüfen. Während der HIMSS18 verwies Google darauf, dass weltweit 5 Prozent aller Google Recherchen sich mit einem medizinischen Thema befassen.

"Wir begrüßen und unterstützen diese Entwicklung hin zum selbstbewussten Patienten", unterstreicht Markus Bönig, CEO vitabook. „Ein Arzt ist nur so gut wie die Informationen, die er über den Patienten erhält", findet Bönig und verweist darauf, dass, wenn ein Arzt aufgrund der E-Akte direkten Zugriff auf die wichtigsten Gesundheitsdaten eines Patienten hat, die Wahrscheinlichkeit, die richtige Diagnose- und Therapieentscheidung zu treffen, um ein Vielfaches steigt.

cwm

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