Ein Highlight der MEDICA ist jedes Jahr die MEDICA App COMPETITION, der Wettbewerb um die weltbeste Health-App-Lösung. Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann

Hand aufs Herz – oder noch besser aufs Smartphone?

Ein Herzcheck via Smartphone und Fingerscan hat sich als Gewinner des diesjährigen App Wettbewerbs auf der Medica behauptet. Die bereits in der EU und USA zugelassene App verspricht eine bessere Versorgung von unter Herzrhythmusstörung leidenden Menschen.

So international wie die Medica, die größte internationale Medizinmesse, ist auch der diesjährige, zum siebten Mal in Folge stattfindende, App Livewettbewerb, der letzte Woche im Rahmen des ‘Medica Connected Healthcare Forums‘ stattfand. Das Anliegen dieses Kontests ist es, die beste, auf einer App beruhende, mobile medizinische Lösung, die im Patienten-, Arzt- sowie Klinikalltag eingesetzt werden kann, unter den Einreichungen auszuwählen.
Von den insgesamt 81, vorwiegend internationalen, Einreichungen, qualifizierten sich zehn Developer-Teams für die Teilnahme am Livepitch auf der Medica und drei von ihnen konnten sich platzieren. Jedes Team hatte drei Minuten Zeit, um seine Lösung dem Publikum zu präsentieren und zusätzliche zwei Minuten, um auf die Fragen der Jury einzugehen.

Die Gewinner

Der erste Preis ging an das belgische Start-up FibriCheck, deren gleichnamige App es ermöglicht, Herzrhythmusstörungen mithilfe einer Smartphone Kamera aufzudecken und sowohl einen Bericht für den Arzt als auch für den Patienten anzufertigen.

Die App basiert auf der sogenannten Photoplethysmographie, einer optischen Messmethode, die es sich zunutze macht, dass sich Streulicht mit der in den Blutgefäßen der Haut vorhandenen Blutmenge verändert. Dazu wir der Finger des Benutzers mit dem LED-Blitz eines Smartphones beleuchtet, wobei die Haut das Licht streut. Die Lichtintensität des gestreuten Lichts schwingt mit der Menge des Bluts, das der Herzschlag in die beleuchteten Finger pumpt. Die Kamera leitet im Anschluss die Informationen zu den Schwankungen des gestreuten Lichts an die App weiter. Diese kann dann mithilfe künstlicher Intelligenz beurteilen, ob Arrhythmien des Herzschlags aufgetreten sind. „Der User legt seinen Finger auf die Kamera mit der LED-Lampe und wir kümmern uns um den Rest,“ veranschaulichte Stephanie Vinckenbosch von FibriCheck salopp die Nutzung der App im Rahmen ihres Livepitches. Es ist geplant, diese innovative Form des digitalen Screenings auch bislang unter keinen Symptomen leidenden Personen anzubieten.

Die App hat bereits das CE-Zeichen als medizinisches Screening- und Monitoringgerät der Klasse IIa zur Identifizierung unregelmäßiger Herzrhythmen erhalten und ist auch von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) zugelassen. In Belgien kann die App bereits verordnet werden. Hierfür händigt der Arzt dem Patienten ein Papier mit einem QR-Code aus, sodass letzterer die App auf seinem Smartphone kostenfrei aktivieren kann.

Laut Vinckenbosch nutzen mehr als 12.000 Personen die App und erstellten rund 120.000 Aufzeichnungen binnen 48 Stunden. Bei 136 Nutzern (1,1 Prozent) wurde ein Vorhofflimmern festgestellt und bei weiteren 2.111 (17 Prozent) wurden andere Arrhythmien aufgezeichnet. Auch war die Qualität der Messungen von 191 Anwendern (2 Prozent) nicht gut genug, um diese analysieren zu können.

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cwm

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