Immer im Blick: Der Nutzen für die Patienten

KAGes setzt auf Digitalisierung für eine vernetzte medizinische Versorgung

Die Wirkung der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung wird dann sichtbar, wenn vor allem der Patient die positiven Effekte spürt. Das zu erreichen, ist Ziel der Steiermärkischen Krankenanstaltenges.m.b.H (KAGes) und dem dortigen Leiter für Medizininformatik und Prozesse, Dr. Markus Pedevilla. Mit der Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie für integrierte Systeme und vernetzte Behandler trägt er dazu bei, dass am Ende auch der Patient profitiert.

 

Wie hat sich das Versorgungsszenario für die Patienten, die in die Einrichtungen der KAGes kommen, in den vergangenen Jahren verändert?

Durch das integrierte Versorgungsszenario der KAGes ist ein Netzwerk von Behandelnden entstanden, denen ein einfacher und somit schnellerer Zugriff auf Patientendaten möglich ist. Dem Patienten können dadurch Doppeluntersuchungen erspart werden. Er trifft stets auf Behandlungsteams, die seine Krankengeschichte kennen und die ihn entsprechend ganzheitlich behandeln können. Grundlage dafür ist der Zugriff auf eine zentrale Patientenakte. Wir haben auch beispielsweise Teleradiologie und Teleneurologie, interdisziplinäre Tumorboards, den elektronischen Befundversand oder eine Steuerung von Rettungstransporten und Internetportale für Health Professionals und Patienten in der Praxis im Einsatz. Die daraus resultierende höhere Versorgungsgeschwindigkeit und -qualität – dank einer besseren Verfügbarkeit von Experten und geteilten Daten – kommt der Gesundheit der Patienten zugute.

Welche IT-Strategie steht dahinter?

Wir setzen bei der KAGes vor allem auf ein einziges Krankenhausinformationssystem (KIS) als Basis für den patientenbezogenen Datenaustausch für all unsere 23 Spitäler und 4 Pflegezentren. Unser KIS openMEDOCS basiert auf SAP for Healthcare und i.s.h.med von Cerner. Es ist ein einheitliches, standardisiertes und integriertes System für die medizinische und pflegerische Dokumentation, in das auch die medizinische Spezialdokumentation, die zum Teil in Subsystemen stattfindet (z.B. Labor, Intensivstation oder Endoskopie) über unseren Integrationsserver eingebunden ist. So machen wir Informationen in digitaler Form zu jeder Zeit und an jedem Ort, für jeden der dazu berechtigt ist, verfügbar.

Welchen Vorteil haben die an- und eingebundenen Gesundheitseinrichtungen durch diese IT-Strategie der KAGes?

Dies wird beispielsweise an unserem Webportal für Health Professional sehr schön deutlich. Zuweisende Ärzte nutzen es als Befundportal oder zur Terminbuchung für ihre Patienten in speziellen KAGes-Ambulanzen. Zu den Partnereinrichtungen zählen andere Krankenhäuser, Diagnostikzentren, private Kliniken und Therapieeinrichtungen oder auch niedergelassene Haus- und Fachärzte. Das Einverständnis des Patienten vorausgesetzt, profitieren sie von dem direkten und einfachen Zugriff auf Befunde aus unseren Krankenhäusern über das Portal und beschleunigen so ihre Behandlungsprozesse.

Welche Themen können nun ebenfalls durch die vernetzte IT-Strategie der KAGes angegangen werden?

Durch die vernetzen IT-Strukturen waren zum Beispiel alle Einrichtungen der KAGes auf einen Schlag „ELGA-ready“, das zuvor erläuterte Portal für Health Professional erleichtert Ärzten die Arbeit und wir haben Projekte im Bereich der Teleradiologie und Teleneurologie ins Leben gerufen. Stroke-Patienten profitieren hier zum Beispiel von einer frühzeitigen Abklärung der Diagnose. Dank der Verbindung von Experten in unserem Netzwerk kann so auch in einer nicht spezialisierten Klinik schnellstmöglich die passende Therapie eingeleitet werden.

Mit welcher Perspektive wurde die Modernisierung auch bei der Krankenhaus-Unternehmensführung beworben?

Ein definiertes Unternehmensziel der KAGes ist die Verbesserung der integrierten Versorgung und extramuralen Zusammenarbeit. Dieses Ziel kann ohne eine stärkere digitale Vernetzung nicht umgesetzt werden. Deshalb ist unsere Informationsmanagement-Strategie Teil der Unternehmensstrategie und die IT genießt bei der KAGes einen sehr hohen Stellenwert. Da sie für das Erreichen einzelner Unternehmensziele entscheidend ist, diskutieren wir nicht über das „ob“ der Digitalisierung, sondern darüber, wo wir diese gewinnbringend einsetzen. Unsere Unternehmensführung ist vom Mehrwert der Digitalisierung überzeugt und hat sie zu einem strategischen Ziel erklärt.

Wie reagieren die Anwender auf die neue Dimension des Wissensmanagements?

Alles, was dem Anwender den Zugriff auf Informationen erleichtert, wird generell positiv bewertet. Beim Thema Wissensmanagement stehen wir allerdings noch am Anfang. Über die Jahre hat sich in unserer digitalen Krankengeschichte ein sehr großer Datenschatz angesammelt. Diesen möchten wir mithilfe moderner Statistikalgorithmen nutzen und beispielsweise Frühwarnfunktionen bei Wiederaufnahmepatienten implementieren, mit denen eventuelle, verfrühte Entlassungen vermieden werden können. Auch wollen wir untersuchen, ob zum Beispiel aufgrund von gehäuften Komorbiditäten statistische Wahrscheinlichkeiten für beginnende demenzielle Erkrankungen berechnet werden können. Aber das ist Zukunftsmusik. Noch arbeiten wir an der Datenqualität. Dabei lautet unser Ziel stets: Wir wollen den Nutzen der Digitalisierung für den Patienten spürbar machen, denn nur dann nutzen wir die Chancen, die sich uns bieten optimal.

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