Der Aufbruch in die Zukunft beginnt genau jetzt – gemeinsam auf digitaler Reise

Mit seinen Health-IT-Lösungen und Dienstleistungen begleitet Cerner Krankenhäuser auf dem Weg in die Digitalisierung. Dabei setzt das globale Unternehmen auf smarte Datennutzung durch IT, Entscheidungsunterstützung und Patientensicherheit.

Im Gespräch mit HealthTech Wire erklärt Dr. Thomas Berger, Geschäftsführer von Cerner Deutschland, warum wir den Digitalisierungsrückstand in Deutschland dringend aufholen müssen und verrät, was Population Health Management im digitalen Krankenhaus der Zukunft bedeutet.

Herr Berger, auf der diesjährigen conhIT hat sich Cerner mit dem Motto „In die Zukunft starten – Gemeinsam auf digitaler Reise“ präsentiert. Mit welchem Hintergedanken?

Berger: Es ist kein Geheimnis, dass die deutsche Gesundheitsbranche anderen Märkten in puncto Digitalisierung deutlich hinterherhinkt. Unsere Nachbarn Österreich und die Niederlande sind da deutlich weiter. Das muss sich dringend ändern: Um die Potentiale einer optimierten, datengestützten Versorgungssteuerung voll zu nutzen, müssen IT-Infrastruktur und Vernetzung endlich auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Denn je länger wir warten, desto schwieriger wird es, den Digitalisierungsrückstand wieder aufzuholen.

Wie möchte Cerner Krankenhäuser in dieser Hinsicht unterstützen?

Berger: Wir wollen Krankenhausbetreiber motivieren, die Digitalisierung der eigenen Organisation anzupacken. Investitionen in die IT dürfen nicht hinausgezögert werden. Die meisten Einrichtungen kämpfen mit der Herausforderung, Kosten zu optimieren und gleichzeitig hohe Qualität zu bieten. Sie suchen weniger Produkte als vielmehr Antworten auf konkrete Fragestellungen wie z.B. nach höchstmöglicher Patientensicherheit oder Gewinnoptimierung. Genau dort setzen wir bei Cerner an. Wir verstehen die Digitalisierung der Kliniken als Reise, auf der wir sie bei jedem Schritt unterstützen. Jede Einrichtung meistert den Weg in ihrem eigenen Tempo und in individuellen Etappen.

„Das jetzige Tempo in Deutschland lässt befürchten, dass wir den Anschluss an Health 4.0 verschlafen.“

Digitalisierung ist also kein Pauschal-Paket, das man sich schnell zulegen kann.

Berger: Genau. Digitalisierung kann nicht nach Schema F angegangen werden, denn jedes Krankenhaus hat einen individuellen Ausgangspunkt. Entsprechend sind auch die Etappen, Ziele und die Geschwindigkeit der Digitalisierung in jeder Einrichtung anders.

Wie sieht denn der Start in die Digitalisierung im Krankenhaus typischerweise aus?

Berger: Im ersten Schritt begleiten wir das Krankenhaus bei der Digitalisierung von Behandlungs- und Dokumentationsprozessen, z. B. bei Medikation und Therapieanordnungen, bei der elektronischen Abbildung der Patientenkurve und der automatisierten Übertragung von Vitaldaten ins KIS. Das allein hat schon zahlreiche positive Effekte: zeitraubende Mehrfachdokumentationen entfallen und entlasten das Personal. Auch die Datenverlust- und Fehlerquote sinkt, weil Daten nicht mehr manuell übertragen werden müssen, sondern als zentrale Akte vorliegen. Wer diese Voraussetzung schafft, kann dann auch größere Vernetzungslösungen und telemedizinische Szenarien umsetzen.

Wie geht die Reise weiter?

Berger: In der zweiten Etappe werden die digitalen Daten zur klinischen Prozessunterstützung genutzt, d.h. wir werten Informationen mit Hilfe von Algorithmen aus und können auf Basis medizinischer Standards Interpretationen und Vorhersagen generieren. Als Datenquelle dienen z. B. Vital- und Laborwerte, Allergien und Begleiterkrankungen des Patienten. Für das Krankenhaus ist das ein klarer Vorteil: dank IT-Systemen kann es jetzt proaktiv handeln und z. B. Medikationsfehler aufdecken oder vor einer drohenden Sepsis warnen. So gesehen entwickelt sich die IT zu einem smarten Berater, der aggregiertes Wissen zur Verfügung stellt, um klinische Entscheidungen bestmöglich zu unterstützen.

Verraten Sie uns: Wie kommt man vom digitalisierten Klinikumfeld zu Population Health Management?

Berger: Hinter dem Begriff „Population Health Management“ verbirgt sich die Idee einer ganzheitlichen Versorgungssteuerung: Patientengruppen werden nach individuellen Risiken stratifiziert. Das wiederum ermöglicht eine über den stationären Behandlungsprozess hinausgehende, IT-gestützte Vor- und Nachsorge. Inzwischen gibt es überzeugende Case Studies, die belegen, dass sich durch Population Health Management sowohl der Outcome verbessert als auch erhebliche Einsparungen zu erwarten sind. Dazu gehört auch die Anbindung von tragbaren Devices, Apps und HomeCare-Geräten, die eine breitere Datenbasis liefern und den Patienten und Therapeuten ein individuelles, proaktives Gesundheitsmanagement ermöglichen.

Das hört sich ambitioniert an. Zu ambitioniert für den deutschen Markt?

Berger: Ganz und gar nicht. Viele Krankenhäuser sind sich klar darüber, dass die erforderlichen Qualitäts- und Prozessverbesserungen nicht ohne den grundlegenden Wandel der Digitalisierung zu erreichen sind. Die Bereitschaft, Behandlungs- und Dokumentationsabläufe zu digitalisieren, nimmt immer mehr zu. Wir von Cerner freuen uns, wenn wir unsere Kunden mit richtungsweisenden Lösungen auf ihrer digitalen Reise begleiten dürfen. Nicht zuletzt gewinnt auch der Population-Health-Gedanke durch den Innovationsfonds zunehmend an Bedeutung.

Ein Blick nach vorn: Was ist Ihre größte Sorge und Hoffnung für das digitale Krankenhaus der Zukunft?

Berger: Das jetzige Tempo in Deutschland lässt befürchten, dass wir den Anschluss an Health 4.0 verschlafen. Daher hoffe ich, dass die deutschen Krankenhäuser die notwendige Veränderung als Chance begreifen und die Bundesländer ihren finanziellen Verpflichtungen bei der investiven Ausstattung der Kliniken nachkommen. Nur so kommen wir dem Ziel näher, dass sich menschliche und digitale Intelligenz bei der Gesundheitsversorgung optimal ergänzen.

Ich sehe, bei Cerner herrscht Aufbruchsstimmung. Was dürfen potenzielle Kunden von einer Zusammenarbeit erwarten?

Berger: Wir sind ein globales Unternehmen mit starker lokaler Präsenz und Nähe zu unseren Kunden. Weltweit beschäftigen wir über 24.500 Mitarbeiter, davon mehr als 650 im deutschsprachigen Raum. Wir unterstützen sowohl große als auch kleine Gesundheitseinrichtungen, indem wir digitale Werkzeuge für alle klinischen, finanziellen und operativen Herausforderungen bereitstellen. Zu unseren digitalen Werkzeugen gehören zum Beispiel interaktive, persönliche Langzeitakten, die auf eine patientenzentrierte Zusammenarbeit aller Gesundheitsanbieter zielen. Wir haben aber auch KIS-unabhängige Lösungen im Portfolio, die die strategische Unternehmensführung unterstützen, etwa unser real-time Erlöscontrolling auf Basis klinisch validierter Prüfalgorithmen oder unsere Hygienemanagement-Lösung. Wir helfen, digitale Ablagesysteme in smarte Berater umzuwandeln, die das Wissen aus klinischen Daten intelligent nutzen. Schon Abraham Lincoln meinte: “The best way to predict the future is to create it.” In diesem Sinne beginnt der Aufbruch in die Zukunft genau jetzt.

Cerner Deutschland

Seit mehr als 35 Jahren entwickeln wir bei Cerner IT-Lösungen für das Gesundheitswesen, die Personen, Daten und Systeme verbinden, um damit die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Mit unseren Lösungen unterstützen wir die Digitalisierung des Gesundheitswesens, die wir als eine fortwährende Reise hin zu einer intelligenteren Nutzung der verfügbaren Daten verstehen. Dabei möchten wir Krankenhäuser und Gesundheitsorganisationen begleiten und unterstützen. Denn der nötige Wandel im GesundheITswesen lässt sich am besten auf einer gemeinsamen digitalen Reise angehen.mehr erfahren

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